Es sind Vorwürfe, die den Gerichtssaal in Graz spürbar aufgeladen haben: Zwei junge Frauen, zwei Taxifahrten – und ein Taxilenker (42), der seine Vertrauensposition laut Urteil massiv ausgenutzt haben soll.
Der Fall begann nach der Meisterfeier von Sturm Graz im vergangenen Jahr. Eine 16-Jährige wollte eigentlich nach Hause, entschied sich dann für den Heimweg zu Fuß. Wenig später soll ein Taxi neben ihr gehalten haben.
Der Fahrer habe dem Mädchen daraufhin eine vermeintliche Gratisfahrt angeboten, dieses willigte ein und stimmte zu. Dort soll es zu einem sexuellen Übergriff gekommen sein, ehe sich die 16-Jährige befreien konnte.
Monate später folgte ein ähnliches Muster: Wieder saß der Mann am Steuer seines Taxis, wieder stieg eine junge Frau ein – und auch dieser Fahrtverlauf endete mit einem Übergriff. Ermittler stießen später auf DNA-Spuren und Aussagen, die die beiden Fälle miteinander verbinden. Laut Staatsanwaltschaft soll es sogar einen dritten Übergriff gegeben haben, dieser sei jedoch bereits verjährt.
Vor Gericht drehte sich vieles auch um ein Schreiben des Angeklagten. Darin versuchte er sich zu erklären – wies Verantwortung jedoch zunächst von sich. Lose zitiert die Richterin: "Im Wesentlichen steht drinnen, dass die Frauen schuld waren, weil sie attraktiv sind. Und dass Sie damals nichts mit Gewalt gemacht haben".
Erst im Prozess gestand der 42-Jährige schließlich die Taten. Zuvor hatte er die Vorwürfe bestritten und etwa behauptet, im zweiten Fall sei alles einvernehmlich gewesen.
"Ich möchte mich entschuldigen. Bei beiden. Ich schäme mich unendlich für das alles, ich werde nie mehr als Taxifahrer tätig sein", so der Taxler laut der "Kleinen Zeitung". Am Ende fiel das Urteil eindeutig aus: 30 Monate Haft, davon zehn unbedingt, dazu Therapie, Bewährungshilfe und Entschädigungszahlungen für die Opfer. Der Angeklagte nahm das Urteil an.