Historisches Ereignis in der Steiermark! Zum ersten Mal in der Geschichte des österreichischen Strafvollzugs legten die Justizwachebeamten dreier steirischer Gefängnisse (zwei davon in Graz, das dritte in Leoben) um 8.30 Uhr die Arbeit nieder, berichtet die "Krone".
Bereits seit vielen Jahren würde man eine Aufstockung der Planstellen fordern, doch dazu sei es nicht gekommen. Zudem würde die steigende Anzahl an aufgeklärten Verbrechen auch zu mehr Verurteilungen und damit auch zu mehr Gefängnisinsassen führen. Somit seien Hafträume oft überfüllt.
Des Weiteren können auch nicht mehr alle Gefängnisse arbeitsfähige Häftlinge in Arbeitsstellen unterbringen. Oft würden Gefängnisbetriebe geschlossen werden. Auch die Freizeitgestaltung ist aufgrund von fehlendem Personal schwer zu stemmen. Somit steigt in den heimischen Justizanstalten das Gewaltpotenzial.
Angesichts dieser Zustände sah man wohl keinen anderen Ausweg mehr. Unklar ist, wie lange in den Haftanstalten gestreikt wird. Eins dürfte jedoch klar sein: Es könnte nicht der letzte Streik der Justizwachebeamten gewesen sein.
Unter Berufung auf den Vorsitzenden der steirischen Justizwache-Gewerkschaft, Stefan Jud, berichtet die "Krone", dass sich die Beamten weitere Aktionen vorbehalten und diese in Zukunft wohl auch ausdehnen. Man wolle sich nun an die Generaldirektion und die zuständige Justizministerin Anna Sporrer (SPÖ) wenden.
Folgen hat der Streik auch auf die Häftlinge. Diese müssen für den Zeitraum des Arbeitskampfs in ihren Zellen bleiben. Ausführungen seien nur auf das Nötigste beschränkt. Auch Besuche würde es vorerst nicht geben.