"Heute" hat berichtet: Eine erst 13-jährige Teenagerin wurde unter einem Vorwand an die Traun gelockt. Dort wurde sie von zwei brutalen Mädchen gedemütigt und verprügelt, während ein Bursch alles mit dem Handy filmte. Mit dem Video prahlten sie danach im Internet.
Die Gewalttat bleibt für die mutmaßlichen Täterinnen vermutlich ohne Folgen. Der Grund liegt im Alter der beschuldigten Mädchen. Sie sollen gerade erst elf und zwölf Jahre alt sein – und damit deutlich unter der Grenze der Strafmündigkeit von 14 Jahren.
Die OÖ-Freiheitlichen reagieren mit harscher Kritik: "Dieser Vorfall ist ein schockierendes Beispiel für das völlige Versagen unseres Staates bei Jugendkriminalität", so Klubchef Thomas Dim. Er ortet "eine Kapitulation des Rechtsstaates" und "einen Schlag ins Gesicht für jedes Opfer und dessen Familie".
Man erlebe eine zunehmende Verrohung, bei der Täter in dem Glauben handeln würden, dass ihnen ohnehin nichts passieren könne, ist Dim überzeugt. "Es geht dabei nicht um jedes geringfügige Vergehen eines unter 14-Jährigen, sondern darum, bei brutalen und vorsätzlichen Straftaten endlich eine wirksame rechtliche Handhabe zu haben."
Auch Jugend-Landesrat Christian Dörfel (ÖVP) sieht bei der Strafmündigkeit "dringenden Handlungsbedarf". Für ihn zeigt der Vorfall, dass die Diskussion über eine Senkung der Strafmündigkeit nicht allein auf jugendliche Serientäter verengt werden dürfe. Es gehe auch darum, frühzeitig klare Grenzen zu setzen und eine abschreckende Wirkung zu erzielen.
„Wir müssen handeln, bevor weitere Menschen zu Opfern werden.“Christian DörfelJugend-Landesrat (ÖVP)
"Wir müssen handeln, bevor weitere Menschen zu Opfern werden", betont Dörfel. Es brauche ein Strafrecht, das auch bei unter 14-Jährigen auf Gewalttaten angemessen reagieren könne. Dabei gehe es nicht darum, Kinder wie Erwachsene zu bestrafen, sondern um altersgerechte Konsequenzen, verpflichtende Maßnahmen und den Schutz möglicher weiterer Opfer.