Was auf Instagram wie ein geschmackloses Video wirkt, soll Teil einer perfiden Masche sein. Wie das Nachrichtenmagazin "Profil" berichtet, stehen zwei Deutsche im Verdacht, gezielt junge homosexuelle Burschen emotional abhängig zu machen und sie später für digitale Prostitution zu nutzen.
Im Zentrum stehen ein 29-Jähriger und sein 24 Jahre alter Bekannter aus dem Raum Nürnberg. Bereits am 7. Juli 2022 wurden die beiden in Düsseldorf festgenommen. Der Vorwurf: Zwangsprostitution, Besitz von Kindesmissbrauchsmaterial und Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Gegen einen der Männer besteht zusätzlich der Verdacht der sexuellen Nötigung. Drei weitere minderjährige Buben sollen betroffen sein.
Nach knapp zwei Wochen kamen die Beschuldigten wieder frei. Am 30. April 2025 erhob das Landesgericht Düsseldorf Anklage. Ein Prozess oder Urteil steht dem Bericht zufolge bisher aus.
Die Männer sollen über Jahre ein System aufgebaut haben. Über Instagram wurden gezielt sogenannte Twinks kontaktiert - junge, zierliche Burschen, die noch sehr jugendlich wirken. Zunächst sei eine Liebesbeziehung vorgetäuscht worden, später sollen Fotos und Videos entstanden sein, die auf Plattformen wie OnlyFans oder Telegram gegen Bezahlung angeboten wurden.
Brisant: Die Aktivitäten sollen inzwischen nach Österreich verlagert worden sein. In Graz sei im Dezember 2025 ein damals 17-Jähriger in einschlägigen Videos aufgetaucht. Die Staatsanwaltschaft Graz bestätigte, dass Ermittlungen wegen des Verdachts der Förderung der Prostitution und pornographischer Darbietungen Minderjähriger geführt wurden. Ende Jänner 2026 wurden diese jedoch eingestellt.
Auch ein 19-jähriger Wiener Influencer soll laut dem Bericht kontaktiert worden sein. Ihm sei eine Teilnahme an einer Reality-Show in Aussicht gestellt worden, inklusive möglicher Veröffentlichung von Aufnahmen auf abonnementbasierten Plattformen. Der Influencer gab an, den Vertrag nicht unterschrieben zu haben.
Einer der Beschuldigten erklärte gegenüber "Profil": "Ich mache nichts, was illegal ist."
In Österreich ist Prostitution grundsätzlich legal. Strafbar bleibt jedoch der Besitz, die Verbreitung und der bewusste Abruf von Kindesmissbrauchsmaterial. Während die Anklage in Deutschland weiter im Raum steht, tauchen auf Social Media weiterhin neue Videos auf - und werfen die Frage auf, ob die Masche tatsächlich gestoppt wurde.