Ein nächtlicher Disco-Besuch in Hartberg hat für einen jungen Polizisten aus der Oststeiermark ein juristisches Nachspiel – und endet vor dem Bezirksgericht Fürstenfeld mit klaren Worten der Richterin.
Im Verhandlungssaal 2 wird rasch deutlich, wie ernst die Lage für den Angeklagten ist. "Es spricht viel gegen Sie", sagt die Richterin und blickt den Mann direkt an, berichtet die "Kleine Zeitung". Der junge Oststeirer bleibt dabei: Er sei unschuldig.
Was als privater Abend mit Freunden begann, eskalierte Ende 2025 in einer Disco in Hartberg. Laut Anklage kam es zu einer "Schupferei", bei der eine Frau an der Schulter verletzt wurde. Der Polizist war zu diesem Zeitpunkt stark alkoholisiert – 2,2 Promille wurden festgestellt.
Vor Gericht schildert der Angeklagte seine Version der Ereignisse. "Die Securitys haben mich gleich in den Schwitzkasten genommen, ich wollte nur, dass man mich ernst nimmt", erklärt er. Zeugenaussagen zeichnen jedoch ein anderes Bild: Demnach soll er nicht nur mehrere Personen beschimpft haben, sondern auch seinen Dienstausweis gezückt und gerufen haben: "Ich bin das Gesetz!"
Brisant: Selbst seine eigenen Kollegen, die auf sein Drängen hin verständigt wurden, entlasten ihn nicht. "Auch sie beschreiben Sie im Akt als aggressiv", hält ihm die Richterin vor. Auf die Frage, weshalb er nicht selbst die Polizei gerufen habe, antwortet der Angeklagte knapp: "Mein Akku war leer."
Trotz der belastenden Aussagen versucht der Oststeirer, Zweifel zu säen. "Ich will niemandem etwas Böses, aber warum hat die Frau erst am nächsten Tag und nicht an Ort und Stelle angegeben, dass sie sich verletzt hat?", fragt er im Saal. Die Richterin reagiert deutlich: "Die Dame will ja nicht einmal Schmerzengeld von Ihnen. Was hätte Sie davon?"
Eine diversionelle Erledigung hatte das Gericht zuvor angeboten – zunächst ohne Erfolg. Doch die Richterin macht dem Polizisten die möglichen Konsequenzen klar: "Sie verstehen es nicht, mich hat auch schon Ihre Dienstbehörde kontaktiert. Wenn Sie hier schuldig gesprochen werden, dann bekommen Sie große Probleme. Das Risiko müssen Sie selbst abwägen. Disziplinär wird das aber sicher Folgen haben."
Schließlich lenkt der Angeklagte ein. Murrend übernimmt er die Verantwortung für den Vorfall und stimmt der Diversion zu. Damit endet die Verhandlung mit einer Geldbuße von 2.180 Euro – disziplinäre Folgen dürften dennoch nicht ausbleiben.