Mit einem scheinbar genialen Trick hat eine Gruppe slowenischer und kroatischer Staatsbürger jahrelang Anlege- und Hafengebühren in der Adria gespart. Sie strichen ihre Jacht in Tarnfarben und trugen Militäruniformen. Beim Anlegen gaben sie sich als Angehörige der kroatischen Armee aus – wodurch sie keine Gebühren entrichten mussten.
Was bei näherer Betrachtung nach einer Schnapsidee klingt, ging tatsächlich jahrelang gut. Bis zu diesem Mittwoch, als das Boot vor den Brijuni-Inseln, einem Nationalpark vor der Küste Istriens, anlegen wollte, wie das kroatische Nachrichtenportal morski.hr berichtet.
Für diese Liegeplätze ist die Hafenverwaltung von Pula zuständig. Und genau diese wurde dieses Mal misstrauisch. Denn die Boots-Crew hatte bereits einen Monat zuvor in der Gegend angelegt – und behauptet, man habe eine "Militärdelegation aus Vietnam" an Bord. Somit konnte die Yacht gratis die Anlegeplätze von Brijuni und Fazana nutzen.
Mit welchem Vorwand dieses Mal um kostenlose Anlegemöglichkeiten gefragt wurde, ist nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass die Hafenbehörde dieses Mal stutzig wurde – und bei der Küstenwache nachfragte. Diese bestätigte, dass sich auf Brijuni keine offizielle Delegation der Armee aufhielt. Damit war klar: Hier stimmte etwas nicht.
Anders als zunächst berichtet, befanden sich laut Polizei zu diesem Zeitpunkt keine besonders geschützten Personen auf Brijuni.
Wasserpolizei, Küstenwache und Militär rückten aus und stoppten die Jacht. Bei der Kontrolle zeigte sich, wie dreist die Tarnung war: Eine sichtbare offizielle Registrierungsnummer fehlte, dafür prangte am Bug eine falsche militärische Kennzeichnung.
Hinter dem Boot steht die Olimp Defense Group von Mladen Miljanić, einem slowenischen Transportunternehmer und pensionierten Mitarbeiter des kroatischen Militärs.
Offenbar war es nicht das erste Mal, dass die Truppe mit ihrer Masche aufgefallen ist. Schon vor einigen Jahren wollte ein Mitarbeiter des Nationalparks Brijuni von denselben Männern eine Liegegebühr kassieren. Sie weigerten sich – und drohten laut Hafenaufseher sogar mit einem "diplomatischen Zwischenfall", sollte man auf der Zahlung bestehen.
Diesmal half der vermeintliche Militärstatus nichts. Laut Morski.hr wurde der Besatzung noch vor Ort eine Geldstrafe von 1.000 Euro aufgebrummt. Festnahmen wurden bisher nicht bekannt. Die istrische Polizei ermittelt weiter und will sämtliche Umstände des Falls klären.
Auch auf Brijuni dürfte die Truppe so schnell nicht mehr anlegen. Der Hafenbehörde zufolge wurde den Beteiligten mitgeteilt, dass sie künftig weder dort noch im nahen Fazana willkommen seien.