Maiers Tipp an Hirscher: "Ein Ski-Comeback!"

Hermann Maier
Hermann MaierBild: picturedesk.com/APA
Am 13. Oktober 2009 trat Hermann Maier in der Hofburg zurück. Unter Tränen. Zehn Jahre später trat er wieder vor die Medien.
Am Yppenplatz in Ottakring drehte er einen Werbesport für Raiffeisen. Seit 1998 ist Maier Werbefigur für die Bank, es ist dielängste Partnerschaft in der österreichischen Sport-Geschichte.

"Selbständig" – das ist die Berufsbezeichnung, die Maier derzeit in Formularen ausfüllt. "Ich könnte auch Maurer hinschreiben."



Der "Herminator" stellte sich der versammelten Presse im 16. Bezirk und beantwortete Fragen zu seinem aktuellen Leben als "Ski-Pensionist", das Thema Marcel Hirscher wurde natürlich auch besprochen. Zudem übte er Kritik am Ski-Zirkus.

Wie geht es Hermann Maier? Wie sieht's mit der Gesundheit aus?

"Ich bin zufrieden, es gibt keine Wehwehchen. Leistungssport war bei mir nicht Mord. Ich habe gelernt, mit Rückschlägen umzugehen, hatte das Glück gesund aufzuhören und habe heute keine Einschränkungen."

CommentCreated with Sketch.3 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Der größte Luxus in der Ski-Pension ist...

"Mir geht nichts ab. Das schwarze Loch ist in den zehn Jahren nie gekommen. Ich hoffe, es kommt auch im elften Jahr nicht. Ich habe vor meiner aktiven Zeit normal gearbeitet als Maurer und arbeite jetzt wieder normal – mit meinen Partnern. Die Werbespots sind ein ziemlicher Aufwand. Man braucht viel Geduld. Mein größter Luxus ist jetzt, mehr Zeit zu haben.

Am 26. Oktober geht der Weltcup wieder los!

"Ich spüre kein Kribbeln vor dem Weltcup. Nur wenn ich Schneebilder sehe, dann krieg ich Lust auf eine Skitour. Bekritteln von der Couch ist relativ einfach, bringt aber nicht viel. "

Das denkt Maier zum Hirscher-Rücktritt:

"Der Rücktritt hat mich nicht überrascht. Ich habe mit ihm einen Werbespot gedreht, wir sind gemeinsam gesegelt. Da kam er mir müde vor.

Verwundert hat mich, dass er sich für die Arbeit und gegen das Vergnügen entschied. Für ihn war Skifahren Vergnügen. Rundherum wurde ihm alles gemacht, er hat nur Skifahren müssen. Ich glaube, dass der Rücktritt die richtige Entscheidung war. Er hat alles erreicht. Da ist es schwierig, sich zu motivieren, noch eins draufzusetzen."

Wie geht's im Skisport nach Hirscher weiter?

"Marcel hat das Level hoch gesetzt. Es wird schwierig, diese Rekorde zu brechen. So ein Umfeld wie er hatte, wird es nie mehr geben. Falls es das wieder gibt, können auch die Rekorde fallen.

Ich glaube, dass Österreich schnell wieder an Erfolge anschließen kann. Einige stehen in den Startlöchern: Vor allem im Speed-Bereich – eh klar die Maier, sei es Mayer oder Kriechmayr."

Glaubt Maier an ein Hirscher-Comeback?

"Er ist noch relativ jung. Mein Tipp für die Pension: ein Comeback. Er wird nach einem Winter daheim sehr ausgeruht sein. Ich bin gespannt auf 2020. Der Rekord der Tagessiege von Stenmark ist ein großer Reiz. "

Was bereut Hermann Maier eigentlich?

"Ich bereue nichts. Natürlich würde ich einiges anders machen, sonst wäre das Leben ja fad. Vor allem aber würde ich es mir leichter machen. Mein Weg war nicht einfach. Es war ein Abenteuer. Heute ist es einfacher für die Athleten."

Wäre ein Maier-Comeback im Skisport je denkbar gewesen?

"Ich hatte nie die Gedanken an ein Comeback im Skisport, weil es vom ÖSV am Anfang kein Angebot gab. Da ist auch nie etwas gekommen."

Über das Material im Ski-Zirkus:

"Du kannst heute nur mehr Leistung bringen, wenn du ein optimales Material hast. Früher hatte fast jeder das gleiche Material, heute ist es fast eine Zwei-Klassen-Gesellschaft."

Tränen beim Kipchoge-Rekord...

"Fasziniert hat mich im Sport zuletzt der Lauf von Eliud Kipchoge unter zwei Stunden. Viele reden von Laborbedingungen, aber das musst du einmal laufen. Eine tolle Leistung. Mir trieb es die Tränen in die Augen. Es ist gut, wenn Österreich hin und wieder als Sportnation dasteht, obwohl wir es nicht sind."

Kritik am Skisport

"Es gibt zu viele Rennen, das ist inflationär. Der Gesamtweltcup ist unfair. Wie soll denn ein Speedfahrer gewinnen, wenn er so viele Rennen weniger hat? Ich vergleiche das fast ein wenig mit Dressur- und Springreiten. "

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