Die Malaria-Fälle in Frankfurt erreichen nun auch das Umfeld des Flughafens. Zwei weitere Menschen sind an der Infektionskrankheit erkrankt. Sie leben im Stadtteil Schwanheim, rund fünf Kilometer vom Airport entfernt, und hatten keinen direkten Kontakt zum Flughafen. Seit Ende August häufen sich dort die Fälle, zwei Menschen starben bereits.
Die Behörden gehen davon aus, dass die Krankheit durch eine Mücke übertragen wurde, die mit einem Flugzeug nach Frankfurt gelangt war. Das Gesundheitsamt schätzt das Risiko weiterer Infektionen zwar als gering ein, rät Bewohnern in flughafennahen Stadtteilen aber zu Vorsichtsmaßnahmen.
Am Airport wurden bereits Mückenfallen aufgestellt. "Alle Beschäftigten wurden bereits umfassend informiert und sensibilisiert", erklärt der Flughafen gegenüber "BILD". "Wir empfehlen weiterhin, bei Krankheitssymptomen wie Fieber, plötzlichen Kopf- und Gliederschmerzen, umgehend ärztlichen Rat einzuholen."
Malaria wird durch Mücken übertragen. Zwischen einem Stich und den ersten Beschwerden können etwa sieben bis 30 Tage vergehen, je nach Erreger auch länger. Typische Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen sowie starke Abgeschlagenheit. Eine frühe Diagnose verbessert die Behandlungschancen deutlich.
Menschen in der Nähe des Flughafens wird geraten, lange Kleidung zu tragen, Mückenschutz zu verwenden und gegebenenfalls Insektengitter anzubringen.
In Schwanheim sind die Erkrankungen inzwischen großes Thema. Die beiden Neuinfizierten sind keine Reisenden und offenbar auch keine Flughafenmitarbeiter. "Wir haben natürlich von den Fällen hier gehört und man spricht im Ort oder mit Kunden darüber", sagt Friseurin Esra Serbest (41). "Angst hat aber keiner. Es heißt ja auch, dass man Malaria gut behandeln kann, wenn man die Krankheit erkennt."
Auch am Flughafen selbst reagieren Reisende und Mitarbeiter gelassen. "An Flughäfen hat man immer ein gewisses Risiko, was alles für Getier im Gepäck mitkommt. Wir haben aktuell keine explizite Angst", sagt Reisender Benjamin Krusche (38).