Minister zieht Bilanz

82 Prozent weniger – Italien meldet Migrations-Rückgang

Italien meldet einen deutlichen Rückgang bei den Migrantenankünften. Laut Innenminister Piantedosi sind die Ankünfte heuer um 82 Prozent gesunken.
Newsdesk Heute
17.09.2026, 16:18
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Italien verzeichnet nach Angaben der Regierung einen starken Rückgang bei irregulären Ankünften. Innenminister Matteo Piantedosi spricht von einem Minus von 82 Prozent im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum.

"Wir haben die Ankünfte in diesem Jahr um 82 Prozent reduziert", sagte Piantedosi am Donnerstag. Gleichzeitig verwies der parteilose Minister auf die enormen Summen, die mit der Schleusung von Migranten verdient werden.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen

Schleuser-Geschäft mit Milliardenvolumen

Nach Angaben Piantedosis erreichte das kriminelle Geschäft mit der Schleusung von Migranten nach Italien im Jahr 2023 ein Volumen von rund 1,1 Milliarden US-Dollar.

Für die italienische Regierung setzt der Kampf gegen irreguläre Migration allerdings zu spät an, wenn erst auf bereits laufende Überfahrten reagiert wird oder Migranten die Küste Italiens erreicht haben. Stattdessen sollen gefährliche Überfahrten möglichst verhindert werden, bevor sie beginnen.

Italien setzt auf Nordafrika

Rom hat dafür in den vergangenen Jahren die Kontakte mit Staaten im südlichen Mittelmeerraum intensiviert. Die Zusammenarbeit soll dabei auf die unterschiedlichen politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse in den jeweiligen Ländern abgestimmt werden.

Nach Vorstellung der italienischen Regierung soll Migration zudem stärker gemeinsam mit den nordafrikanischen Transitstaaten gesteuert werden. Gleichzeitig sollen Möglichkeiten geschaffen werden, damit Menschen in ihren Herkunftsländern bleiben oder freiwillig dorthin zurückkehren.

65.000 Menschen bei Rückkehr unterstützt

Als Beispiel nannte Piantedosi Programme zur freiwilligen und unterstützten Rückkehr. In den vergangenen zwei Jahren seien rund 65.000 Migranten dabei unterstützt worden, aus Tunesien, Libyen und Algerien in ihre Herkunftsländer südlich der Sahara zurückzukehren. Umgesetzt werden diese Projekte gemeinsam mit internationalen Organisationen.

Kooperation entlang der gesamten Route

Italien will seine Zusammenarbeit künftig nicht nur auf die Mittelmeerregion konzentrieren. Piantedosi verwies auf politische und operative Kontakte mit mehreren Ländern entlang der Migrationsrouten.

Dazu zählen unter anderem Bangladesch, Pakistan, Katar, Mauretanien, Niger, Senegal, Kenia und Somalia. Die Kooperation soll damit nicht erst auf der letzten Etappe vor der Überfahrt über das Mittelmeer beginnen. Italien will bereits entlang der gesamten Migrationsroute bis nach Europa ansetzen.

red,17.09.2026, 16:18