Der schwedische Ministerpräsident Ulf Kristersson zieht die Konsequenzen aus der knappen Wahlniederlage seines konservativen Lagers. Auf der Plattform X veröffentlichte er am Donnerstag sein an den Parlamentspräsidenten gerichtetes Rücktrittsgesuch.
Das Wahlergebnis mache die Bildung einer neuen Regierung kompliziert. "Damit diese Arbeit sofort beginnen kann, beantrage ich hiermit meine Entlassung als Ministerpräsident", so Kristersson in seinem Schreiben.
Laut "n-tv" sagte Kristersson, dass nun "konstruktive Offenheit der Parteien" nötig sei. "Es müssen Gespräche mit allen Parteien geführt werden, um Lösungen zu finden und die Voraussetzungen für eine stabile und handlungsfähige Regierung zu schaffen."
Bei der Wahl am Sonntag holten die vier Parteien der Opposition unter Führung der Sozialdemokratin Magdalena Andersson laut vorläufigem Ergebnis 176 von 349 Mandaten. Die bisherige Regierungskoalition aus Konservativen, Liberalen und Christdemokraten gemeinsam mit den rechtspopulistischen Schwedendemokraten kam auf 173 Sitze.
Die Sozialdemokraten wurden mit 28 Prozent der Stimmen stärkste Kraft. Für Andersson dürfte die Regierungsbildung allerdings schwierig werden – die möglichen Koalitionspartner Zentrumspartei und Linke hatten vorab erklärt, nicht miteinander regieren zu wollen.