In dem Wohnviertel in Leoben herrscht bedrückende Stille. Kaum jemand spricht über das, was sich hier am Freitag abgespielt hat. Dabei wurde in einem gelben Wohnblock ein totes Kind gefunden. Ein elfjähriger Bub, tot in der eigenen Wohnung. Der Verdacht richtet sich gegen seine Mutter.
Samuel wurde nur elf Jahre alt. Die 39-Jährige alarmierte gegen 14.40 Uhr selbst die Einsatzkräfte, nachdem sie sich laut bisherigen Angaben selbst verletzt hatte. Sie wurde zunächst ins Krankenhaus gebracht, am Wochenende folgte die Überstellung in eine Justizanstalt.
Mittlerweile steht auch das Ergebnis der Obduktion fest: Der Bub starb an seinen schweren Stich- und Schnittverletzungen. Die Tatortbeamten hatten bereits am Freitag mehrere Messer als mutmaßliche Tatwaffen in der Wohnung sichergestellt.
Parallel dazu kommen immer mehr Einzelheiten zum mutmaßlichen Tatablauf ans Licht. Die Frau soll laut "Kronen Zeitung" ein Küchenmesser genommen und ihren Sohn im Wohnzimmer angegriffen haben. Wann genau es dazu kam, ist weiterhin unklar. Sicher ist jedoch, dass der Elfjährige an diesem Tag nicht mehr in die Schule kam.
Von einem "völligen psychischen Ausnahmezustand" ist in Ermittlerkreisen die Rede. Demnach soll die Steirerin ihrem Sohn nicht nur eine einzelne Verletzung zugefügt haben. Es soll zu massiven Schnittverletzungen gekommen sein.
Bist du von Gewalt betroffen? Hier findest du Hilfe
Frauenhelpline (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 222 555
Männernotruf (rund um die Uhr, kostenlos): 0800 246 247
Rat auf Draht: 147
Autonome Frauenhäuser: 01/ 544 08 20
Polizei-Notruf: 133
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Ein toxikologisches Gutachten liegt bisher nicht vor. Auch deshalb wird weiter geprüft, ob und in welcher Form sich das Kind gewehrt hat. Die Beschuldigte äußert sich kaum zu möglichen Hintergründen oder zu einer Erkrankung. Zu ihrem Motiv sagte sie lediglich: "Der Bub war vom Teufel besessen!"
Im Internet sorgen der Fall und die bekannten Details inzwischen für hitzige Debatten. Es wird spekuliert, ob der Bub seine Mutter attackiert haben könnte, warum offenbar keine Hilfe erfolgte oder ob eine weitere Person beteiligt war. Dafür gibt es laut Polizei keine Hinweise.
Ein Arzt muss nun die Vernehmungsfähigkeit der Frau prüfen, um festzustellen, ob und zu welchem Zeitpunkt sie stabil genug für eine polizeiliche Befragung ist.