Chaos-Abteilung in Wien

"Man hält es kaum aus" – Insider packt über MA 35 aus

Bei der Wiener Einwanderungsbehörde MA 35 herrscht Unruhe. Seit Jahresbeginn haben 57 Mitarbeiter die Abteilung verlassen. Ein Insider packt aus.
28.10.2026, 07:53
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Nicht nur die Korruptionsermittlungen sorgen bei der Wiener MA 35 für Wirbel. Auch beim Personal gibt es massive Probleme. Seit Jahresbeginn haben 57 Mitarbeiter die für Einwanderung und Staatsbürgerschaft zuständige Behörde verlassen.

Ein ehemaliger Mitarbeiter berichtet gegenüber der "Kronen Zeitung" von schwierigen Arbeitsbedingungen und einer schlechten Stimmung innerhalb der Abteilung. Die Zahlen bestätigt die Behörde selbst. Gleichzeitig sollen bis Jahresende zahlreiche offene Stellen neu besetzt werden.

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Ex-Mitarbeiter rechnet mit Behörde ab

Ein ehemaliger Mitarbeiter schildert die Situation innerhalb der MA 35 in der "Krone" so:

"Wir haben Führungslosigkeit erlebt, schlechte Stimmung, ständig wechselndes Personal, Druck von oben, Druck von den Klienten, Beschimpfungen durch Kunden, massive Bürokratie und einige Vorgesetzte, die einen schneiden, wo es nur geht."

Für ihn waren die Zustände schließlich ein Grund, die Behörde zu verlassen. "Sonst wäre ich in der Abteilung bestimmt verrückt geworden. Ich habe es nicht länger ausgehalten", erklärt der Insider in der Tageszeitung.

Besonders der ständige Personalwechsel mache der Abteilung laut dem Insider zu schaffen.

57 Abgänge seit Jahresbeginn

Wie groß die Personalfluktuation tatsächlich ist, zeigen die offiziellen Zahlen. "Seit 1. Jänner haben 57 Personen die Abteilung verlassen", bestätigt eine Sprecherin der MA 35 gegenüber der "Krone".

Damit verlor die Behörde seit Jahresbeginn im Durchschnitt mehr als einen Mitarbeiter pro Woche: "23 davon auf eigenen Wunsch, weitere sechs sind pensioniert worden."

Die übrigen 28 Abgänge verteilen sich auf unterschiedliche Gründe: Drei Dienstverhältnisse wurden einvernehmlich aufgelöst, drei Mitarbeiter wurden von der Stadt gekündigt und drei weitere entlassen. Dazu kommen zwei Versetzungen. Bei 17 Mitarbeitern liefen befristete Verträge aus.

Korruptionsverdacht belastet MA 35

Neben den Personalproblemen steht die Wiener Behörde auch wegen Korruptionsermittlungen unter Druck. Im Raum steht der Vorwurf, dass Verfahren gegen Geldzahlungen schneller abgewickelt worden sein sollen.

Im Zuge der Ermittlungen befand sich ein Mitarbeiter vorübergehend in Haft. Eine Vorgesetzte wurde entlassen. Auch in der Zentrale der MA 35 in der Dresdner Straße fanden Hausdurchsuchungen statt.

Für sämtliche Beschuldigten gilt die Unschuldsvermutung. Die Behörde war bereits zuvor Gegenstand von Prüfungen, unter anderem durch die Volksanwaltschaft und den Wiener Stadtrechnungshof.

867 Mitarbeiter bei der Behörde

Trotz der zahlreichen Abgänge beschäftigt die MA 35 weiterhin mehrere Hundert Menschen. Nach Angaben der Abteilung liegt der aktuelle Personalstand bei insgesamt 867 Mitarbeitern.

In dieser Zahl sind auch Lehrlinge, Praktikanten und Mitarbeiter in Karenz enthalten. 94 Personen arbeiten in Teilzeit. Um die Personalsituation zu verbessern, plant die Behörde weitere Besetzungen. "Bis Ende des Jahres sollen noch 23 Stellen besetzt werden", heißt es in der "Krone".

Insider fordert grundlegende Änderungen

Ob die zusätzlichen Mitarbeiter ausreichen, um die Probleme zu lösen, bezweifelt der ehemalige Beschäftigte. Er sieht die Ursachen nicht allein im Personalmangel, sondern auch in der Organisation und Führung der Behörde.

"Ohne strukturelle Reformen und ohne klare Führung werden auch die neuen Mitarbeiter nicht lange dort verbleiben", stellt der Insider in der "Krone" klar. Während die MA 35 neue Mitarbeiter sucht, bleibt damit die Frage, wie die Behörde künftig verhindern will, dass weiterhin Personal verloren geht.

red, 28.10.2026, 07:53