Tödlicher Auto-Stunt

Mann († 28) stürzt vom Kofferraum – Lenker verurteilt

Ein riskantes Manöver bei einem Treffen der Autoszene endete tödlich. Nun wurde der Bruder des Opfers rechtskräftig zu 15 Monaten Haft verurteilt.
Victoria Carina  Frühwirth
03.09.2026, 18:22
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Ein spontaner Auto-Stunt wurde zur tödlichen Tragödie: Bei einem Treffen mehrerer Auto-Fans in Kirchberg am Wagram (Bezirk Tulln) setzte sich im Mai diesen Jahres ein 28-Jähriger auf den Kofferraumdeckel eines Pkw. Am Steuer saß ausgerechnet sein Bruder. Der Bruder fuhr los, der 28-Jährige stürzte – und kam dabei ums Leben.

Gruppe lernte sich auf Facebook kennen

Doch wie kam es zu der Tragödie? Mehrere Beteiligte hatten sich über eine Facebook-Gruppe für Auto-Enthusiasten kennengelernt und trafen sich regelmäßig, berichtet die "NÖN". Am 16. Mai entstand schließlich die folgenschwere Idee: Ein 28-Jähriger und sein Bekannter hielten sich außen bei einem Auto zwischen Heckscheibe und Kofferraum fest. Im Auto saßen der Bruder des 28-Jährigen am Lenkrad sowie drei weitere Gruppenmitglieder. Dann fuhr der Lenker los.

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Nach wenigen Metern verlor der 28-Jährige den Halt, stürzte vom fahrenden Wagen und schlug mit dem Kopf auf dem Asphalt auf. Die Anwesenden leisteten sofort Erste Hilfe und riefen die Rettung. Ein Notarzthubschrauber brachte den Schwerverletzten noch ins Uniklinikum St. Pölten. Sechs Tage später erlag er dort aber seinen Verletzungen.

Vorbestrafter Lenker hatte nie einen Führerschein

Nun musste sich sein Bruder am Landesgericht St. Pölten wegen grob fahrlässiger Tötung verantworten. "Wir dachten uns, dass das witzig wäre", begründet der beschuldigte Bruder vor Gericht, wie es zu dem gefährlichen Stunt und dem folgenden Todesfall seines Bruders kam.

Der Fahrzeuglenker bekannte sich schuldig, berichtet die "NÖN". Seit dem Tod seines Bruders befinde er sich in einer "großen schwarzen Abwärtsspirale". Er habe eine Therapie absolviert und müsse Antidepressiva sowie Schlafmittel nehmen.

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Besonders schwer wog, dass der Mann nie einen Führerschein besessen hatte. Trotzdem war er bereits mehrfach beim Lenken erwischt worden. Auch zahlreiche Geschwindigkeitsübertretungen und zwei nicht einschlägige Vorstrafen wurden vor Gericht thematisiert.

Die Richterin verurteilte den Wieselburger zu 15 Monaten Haft, davon muss er fünf Monate unbedingt absitzen. Die restlichen zehn Monate wurden bedingt nachgesehen. Zudem wurde die Probezeit einer früheren Bewährungsstrafe auf fünf Jahre verlängert. Das Urteil ist rechtskräftig.

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