Riesenglück hatte ein mutmaßlich Obdachloser Mittwochfrüh in San Francisco. Er hatte offenbar in einem Müllcontainer geschlafen, als dieser entleert wurde.
Wegen der Lautstärke des Wagens bemerkte der Müllmann nicht, dass er bei Betätigung der Müllpresse den Mann tief im Laderaum einquetschte – und setzte seine Tour fort.
Als der Müllmann bei einem Hotel weitere Container holt, nimmt ein Passant Schreie aus dem Wageninneren wahr – und weist den Fahrer darauf hin.
Der Lenker schaltet den Motor ab, um zu lauschen – und hört nun selbst Hilferufe aus dem Inneren. Er öffnet eine seitliche Luke und nimmt Kontakt mit dem Eingeschlossenen auf. Der Mann ist bei Bewusstsein, kann sich aber nicht selbst aus den Müllbergen befreien. Um 4.11 Uhr werden die Einsatzkräfte alarmiert.
Den Müll einfach aus dem Wagen zu kippen, ist zu gefährlich. Rund 25 Feuerwehrleute müssen sich deshalb Stück für Stück durch die Ladung zum Eingeschlossenen vorarbeiten.
Mehr als zwei Stunden dauert die Rettungsaktion. Die Einsatzkräfte halten währenddessen Kontakt mit dem Mann. "Ich persönlich habe ihn ein paar Mal schreien gehört", berichtet Feuerwehrsprecher Mariano Elias. "Ich weiß nicht, ob es vor Schmerzen oder einfach nur vor Frustration war."
Als ein Arm freigelegt ist, können Sanitäter dem Mann eine Infusion verabreichen. Sie soll ihn vor dem lebensgefährlichen Crush-Syndrom schützen, das nach schweren Quetschungen auftreten und Organe schädigen kann.
Auch für die Retter ist der Einsatz zwischen Abfall, scharfen Gegenständen und der hydraulischen Müllpresse gefährlich. Ein Feuerwehrmann wird von einem Gegenstand durch seinen Handschuh geschnitten. Seine Wunde muss genäht werden, außerdem bekommt er eine Tetanus-Impfung.
Kurz vor 7 Uhr ist es geschafft: Der Mann wird aus dem Müllwagen befreit und in ein Spital gebracht. Laut Auskunft des Zuckerberg General Hospital ist sein Zustand ernst, berichtet der "San Francisco Standard".
Ein Sprecher der Müllentsorgungsfirma "Recology" lobte das Vorgehen ihres Mitarbeiters. Der Müllmann habe sofort gehandelt, als er das Problem erkannte, und "genau das getan, was ein geistesgegenwärtiger Mensch tun würde".
Dass Menschen in Müllcontainern schlafen oder dort nach Essen suchen und anschließend in Müllwagen geraten, kommt laut Feuerwehr immer wieder vor. Die Einsätze seien selten, aber besonders gefährlich.
Erst 2025 starb in New York ein Mann, nachdem der Müllcontainer, in dem er geschlafen hatte, in einen Müllwagen geleert worden war. 2024 wurde eine Frau in New Hampshire bei einem ähnlichen Vorfall lebensgefährlich verletzt. In San Francisco selbst liegt der letzte vergleichbare Vorfall laut Entsorger Recology rund 15 Jahre zurück.