Ein Mann aus der Breitenau (Bezirk Bruck-Mürzzuschlag) geriet bei Arbeiten mit den Fingern in eine Kreissäge und wurde schwer verletzt. Nachbarn brachten ihn ins Krankenhaus Bruck. "Da unsere Rotkreuz-Dienststelle unter der Woche leider sehr selten besetzt ist, fuhren wir sofort ins nächstgelegene Krankenhaus nach Bruck – in der Hoffnung, dort schneller Erste Hilfe zu erhalten", schildern sie gegenüber der "Kleinen Zeitung".
Rund 20 Minuten nach dem Unfall, gegen 15.50 Uhr an einem Werktag, kamen sie dort an. "Dort wurden wir mit der Begründung abgewiesen, ob wir denn noch immer nicht wüssten, dass es in Bruck keine Notaufnahme mehr gibt." Der Mann bekam ein Schmerzmittel, dessen Wirkung laut den Betroffenen nach und nach nachließ.
Im Privat-Pkw ging es weiter nach Leoben. Dort musste der Verletzte laut seinem Umfeld unter enormen Schmerzen zweieinhalb Stunden auf die Behandlung warten. Nach einer Stunde sei ein Röntgen erfolgt. "Zwar sei nach einer Stunde ein Röntgen erfolgt, als er dann endlich an der Reihe war, stellte sich heraus, dass aufgrund der Verletzung sofort eine Operation eingeleitet werden musste, um Zeige- und Mittelfinger zu erhalten."
Die Kages hat den Fall geprüft und verweist auf die neue Struktur. Die Abteilung für Orthopädie und Traumatologie wurde Anfang Jänner 2025 innerhalb des Spitalsverbundes von Bruck nach Leoben verlegt. "Hier ist die Expertise in diesem Bereich zusammengeführt, damit können vor allem komplexe Verletzungen bestmöglich versorgt werden", heißt es gegenüber der Tageszeitung.
In Bruck gibt es für Unfälle weiterhin eine Ambulanz, allerdings nur Montag bis Freitag von 7 bis 15 Uhr. Dort werden vor allem Bagatellverletzungen und Verlaufskontrollen behandelt, bei Unklarheiten erfolgt eine Ersteinschätzung. Schwerere Unfallverletzungen werden in Leoben versorgt, wo rund um die Uhr auch Spezialisten angrenzender Fächer zur Verfügung stehen.
Zur Wartezeit erklärt die Kages, dass vor einer Operation oft Untersuchungen wie Röntgen notwendig seien. Zudem sei bei der Ankunft des Mannes gerade ein anderer Akutpatient operiert worden. "Zum Zeitpunkt der Vorstellung in der Leobener Ambulanz wurde gerade ein anderer Akutpatient der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie im Operationssaal versorgt. Die Operation des Patienten erfolgte dann am ersten verfügbaren OP-Slot."
Auch wenn Wartezeiten für Betroffene schwer nachvollziehbar sein könnten, würden währenddessen notwendige Abklärungen und Vorbereitungen erfolgen. "Im konkreten Fall erfolgte die operative Versorgung zügig und entsprechend der medizinischen Dringlichkeit."