Mysteriöse Umstände

Sohn starb bei Liftunglück – Nun klagt Mutter Seilbahn

Ein Grazer stürzte zehn Meter aus einem Sessellift und starb. Nun soll ein Gericht klären, warum der 42-Jährige aus dem Lift fiel.
Österreich Heute
14.08.2026, 11:30
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Ein tödlicher Unfall auf der Planai beschäftigt nun das Bezirksgericht Schladming. Am 23. November 2025 war der 42-jährige Grazer aus dem Burgstallalmbahn-Sessellift gestürzt. Rund zehn Meter fiel der Mann in die Tiefe, er erlitt dabei einen Genickbruch und starb.

Lange war unklar, wie es zu dem Unglück gekommen war. Zunächst ging die Polizei davon aus, dass der Mann abseits der Piste gestürzt und in die Erde "eingefädelt" hatte. Erst die Auswertung seiner Smartwatch brachte neue Erkenntnisse: Die Daten deuteten auf einen Sturz aus dem Lift hin.

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Mutter fordert Begräbniskosten

Die Mutter des Verstorbenen will sich mit der bisherigen Erklärung nicht zufriedengeben. Sie klagt gegen die Planai-Bahnen und fordert in einem Zivilprozess rund 8150 Euro für die Begräbniskosten.

Bei der vorbereitenden Tagsatzung am Donnerstag stellte sich vor allem eine Frage: Warum fiel der Mann aus dem Sessellift? Richterin Bettina Rainer bezeichnete den Fall als "kleinen Kriminalfall".

Die Vertreterin der Klägerin, Sara Hillbrand, vermutet einen technischen Defekt. Sie denkt "dass der Bügel des Sesselliftes nicht richtig geschlossen hat, aufgrund eines technischen Versagens", sagt sie laut der "Kleinen Zeitung".

Die Planai-Bahnen weisen hingegen jede Verantwortung zurück. Verteidiger Hans-Moritz Pott geht davon aus, dass der Verstorbene den Bügel nicht vollständig einrasten ließ: "Nur dann kann er ihn aufmachen und hinausfallen".

Niemand sah den Sturz

Besonders rätselhaft bleibt, dass offenbar niemand den Unfall bemerkte. "Keiner hat einen Schrei bemerkt, keiner hat einen Fall gesehen, es hat auch keine Fehlfunktion am Lift gegeben", hieß es bereits seitens der Polizei.

Auch die Staatsanwaltschaft Leoben stellte die Ermittlungen ein. Es habe keine Anhaltspunkte für ein Fremdverschulden gegeben.

Die Richterin hinterfragte nun auch die Auswertung der Smartwatch. "Rote Linien zeigen die Abfahrten auf der Piste, graue die Liftfahrten. Die vierte Liftfahrt endet abrupt." Gleichzeitig stellte sie die Frage, ob tatsächlich niemand in der Nähe des Grazers saß: "Mit dem Herrn haben drei Personen gleichzeitig die Karte gesteckt. Eine Minute später haben sechs Personen gesteckt. Ist da wirklich niemand mit ihm am Lift oder gleich dahinter gesessen?"

Bahnen fanden keine Fehler

Die Planai-Bahnen haben nach dem Unfall sämtliche Sessel kontrolliert. "Wir haben gleich danach alle Sessel geprüft und keine Fehlfunktionen festgestellt. Wir wissen nicht einmal, auf welchem er genau gesessen ist", sagt Pott. Videoaufnahmen gibt es ebenfalls keine.

Nun sollen ein Ermittler, mehrere Mitarbeiter der Planai-Bahnen und ein Sachverständiger zur Klärung beitragen. Der Experte soll den Unfallhergang rekonstruieren. Die nächste Verhandlung könnte direkt an der Unfallstelle stattfinden – im Winter, wenn die Burgstallalmbahn wieder in Betrieb ist.

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