Eine Frau liegt bewusstlos am Boden, sie ist schwer verletzt. Insgesamt 16 Knochenbrüche erleidet die damals 53-Jährige bei einer brutalen Attacke in einer Wohnung in Voitsberg (Steiermark). Die Tat geschah im November des Vorjahres, jetzt musste sich ihr ehemaliger Mitbewohner (42) in Graz vor Gericht verantworten.
Die Geschworenen verurteilten den Weststeirer wegen versuchten Mordes zu 18 Jahren Haft. Zusätzlich wird er in ein forensisch-therapeutisches Zentrum eingewiesen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Die Tat ereignete sich am 13. November 2025. Zuvor sollen der Angeklagte und die Frau gemeinsam gekocht und Bier getrunken haben.
"Ich habe noch zwei Benzos (Anm. starke Beruhigungspillen) dazu genommen, und dann ist bei mir Schicht im Schacht", erklärte der 42-Jährige vor Gericht laut ORF.
"Was heißt das?", fragte der Richter. Antwort: "Dass ich mich an nichts erinnern kann."
Später schilderte der Angeklagte dennoch Teile des Abends. Er habe in seinem Zimmer Serien geschaut, als seine Mitbewohnerin hereingekommen sei und ihn bedrängt habe. "Ich habe sie weggejagt, da ist sie über meine Kinder hergezogen."
Danach schlug er auf die Frau ein. Bei der Attacke wurde auch ein Holzstuhl eingesetzt. Das Opfer blieb schließlich bewusstlos und mit insgesamt 16 Knochenbrüchen liegen.
Als die Frau wieder zu sich kam, versuchte sie trotz ihrer schweren Verletzungen aus der Wohnung zu gelangen. Sie schleppte sich ins Stiegenhaus, wo eine Nachbarin Hilfe holte.
Vor Gericht schilderte die mittlerweile 54-Jährige die dramatischen Momente: "Ich bin am Boden gelegen und habe mich nicht bewegt."
Auf die Frage des Richters, ob sie um ihr Leben gefürchtet habe, antwortete sie laut ORF: "Auf jeden Fall."
Nach ihrer Bewusstlosigkeit sei sie "auf allen Vieren" zur Türe gekrochen, um aus der Wohnung zu fliehen.
Die alarmierten Polizisten fanden den 42-Jährigen später schlafend auf dem Sofa. Er stand unter Alkohol- und Drogeneinfluss.
Der Angeklagte bestritt vor Gericht eine Tötungsabsicht. "Ich wollte sie nie töten", betonte er. Seine damalige Mitbewohnerin habe ihn ebenfalls immer wieder geschlagen. "Wir waren beide Opfer", sagte der 42-Jährige.
Ein psychiatrischer Sachverständiger diagnostizierte bei ihm eine kombinierte Persönlichkeitsstörung mit emotional-instabilen und dissozialen Anteilen. Ohne Behandlung bestehe die Gefahr weiterer Taten.
Die Geschworenen befanden den 42-Jährigen des versuchten Mordes für schuldig. Neben den 18 Jahren Haft wurde seine Einweisung in ein forensisch-therapeutisches Zentrum angeordnet. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.