Es ist kaum in Worte zu fassen. Auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo hat ein 31-jähriger Belarusse aus dem Nichts heraus ein unbekanntes Kind attackiert und dabei schwerst verletzt.
Der Angriff ereignete sich russischen Ermittlungsergebnissen zufolge am 23. Juni im Ankunftsbereich von Terminal C. Auf Überwachungsaufnahmen – sie sind zu brutal, um sie hier zu zeigen – ist zu sehen, wie sich ein Mann in weißem T-Shirt, grauen Shorts und einer Bauchtasche langsam dem kleinen Sohn einer afghanischen Familie nähert.
Er sieht sich verdächtig um, plötzlich packt er hinterrücks zu und reißt den Bub in die Höhe. Ihn an den Beinen haltend donnert er das Kind mit voller Wucht auf den Boden. Der Zweijährige kommt mit dem Kopf auf, bleibt reglos liegen. Währenddessen streift sich der Schläger schnell eine Sonnenbrille ins Gesicht und macht mit seinen Armen eine "Ich war's nicht"-Geste in Richtung geschockter Augenzeugen.
Sofort läuft ein anderer Mann – offenbar der Vater – zu dem Kind, trägt es in Sicherheit. Der Angreifer rutscht derweil am Boden herum, plötzlich springt er auf und flüchtet. Weit kam er nicht. Der 31-jährige Belarusse konnte von Augenzeugen gestoppt und schließlich von der Polizei festgenommen werden.
Das Kind wurde mit schweren Schädelbrüchen in ein Spital eingeliefert und befindet sich in medikamentös induziertem Koma. Hirnschäden seien glücklicherweise nicht zu erwarten, der Zustand zwar ernst aber stabil, berichtet die Kinderbeauftragte der Region Moskau, Ksenia Mischonowa, auf ihrem Telegram-Kanal: "Alle Hoffnung ruht auf dem kleinen, aber starken Organismus. Ich habe mit seinem Vater gesprochen. Sie leben in Moskau. Sie haben ein weiteres Kind, und die Frau ist schwanger."
Gegen den Belarussen wurde laut der Moskauer Abteilung des Ermittlungsausschusses der Russischen Föderation ein Strafverfahren wegen versuchten Mordes an einem Minderjährigen eingeleitet. Bei der Durchsuchung sei bei dem Täter auch Cannabis gefunden worden. Er soll auch während des Angriffs unter Drogeneinfluss gestanden haben.