Die U-Bahn-Station Längenfeldgasse ist ein Knotenpunkt im Öffi-Netz, viele Fahrgäste steigen hier von der U4 in die U6 um – und umgekehrt. Ein Fahrgast hatte es Mittwochfrüh (24.6.) eilig, auf den gegenüberliegenden Bahnsteig zu kommen. Dazu stieg er auf die Gleise der U4 Richtung Hütteldorf – die vermeintliche Abkürzung endete tödlich.
Nach ersten Ermittlungen der Polizei wollte der Mann "mittleren Alters" offenbar rasch auf das gegenüberliegende Gleis gelangen. Zeugen berichteten, er sei dafür ins Gleisbett gestiegen und habe versucht, vor einer bereits in der Station stehenden U-Bahn die Gleise zu überqueren.
In diesem Moment setzte sich der Zug jedoch in Bewegung und erfasste den Mann. Für den Verunglückten kam jede Hilfe zu spät. Die Berufsfeuerwehr Wien barg den Leichnam. Das Verkehrsunfallkommando übernahm die Ermittlungen zum genauen Hergang. Der U-Bahn-Betrieb konnte gegen 8.30 Uhr wieder aufgenommen werden. Die Auswertung weiterer Ermittlungsergebnisse läuft laut Polizei noch.
Die Wiener Linien warnen eindringlich davor, den Gleiskörper zu betreten. "Denn neben dem Bahnverkehr verläuft dort auch die Stromschiene", so eine Sprecherin. Es besteht Lebensgefahr!
In der U6-Station Spittelau (Wien-Alsergrund) trennt ein Zaun die beiden Gleise in der Haltestelle. Durch das Hindernis ist es nicht mehr möglich, eine Abkürzung über die Gleise zu dem gegenüberliegenden Bahnsteig zu nehmen. Wegen der Stromschiene in der Mitte der Gleise ist eine solche Sicherheitsmaßnahme in der Station Längenfeldgasse aber leider kaum zu realisieren.