Mordplan für Millionen-Villa

"Marek will mich umbringen" – Frau überlebt Martyrium

Ein 53-Jähriger musste in Niederösterreich die mutmaßliche Attacke auf seine 80-jährige Ziehmutter fürs Gericht nachstellen. Er bestreitet die Tat.
André Wilding
14.02.2026, 16:58
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Es klingt wie ein unfassbarer Krimi - doch der Fall beschäftigt tatsächlich ein Gericht in Niederösterreich. Im Mittelpunkt stehen eine alleinstehende 80-jährige Witwe, ihre Villa nahe Wien im Wert von rund 1,7 Millionen Euro und ihr mittlerweile enterbter 53-jähriger Ziehsohn.

Die Pensionistin soll kurz vor Weihnachten in ihrem eigenen Haus nur knapp einem Mordanschlag entkommen sein – darüber berichtet am Samstag die "Kronen Zeitung". In Todesangst rief sie laut der Tageszeitung einen Bekannten an und flehte um Hilfe: "Der Marek will mich umbringen".

Die Ermittler gehen von einem brutalen Ablauf aus. Laut Staatsanwaltschaft Korneuburg soll die Frau zweimal die gesamte Kellertreppe hinuntergestoßen worden sein. Danach sei ihr mit einer Glasscherbe der Hals verletzt worden. Schließlich soll der Verdächtige versucht haben, sie mit einem Teppich zu ersticken. Das Martyrium dürfte beinahe zwei Stunden gedauert haben.

Blutverschmierter Teppich

Für zusätzliches Aufsehen sorgten weitere Vorwürfe: Bei einem Besuch im Gefängnis soll der 53-Jährige versucht haben, seinen 16-jährigen Sohn mit einem Golf GTI zu ködern. Dieser sollte die Witwe dazu bringen, ihre Aussage zu ändern und den Vorfall als Unfall darzustellen, heißt es in dem Bericht der "Krone".

Allerdings wurde ein blutverschmierter Teppich im Kofferraum des Mannes entdeckt, zudem sollen Glasscherben im Altglascontainer entsorgt worden sein. Am Freitag kam es nun zum brisanten Wiedersehen fürs Gericht.

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen musste der Angeklagte die Tat anhand einer Puppe rekonstruieren. Die 80-Jährige wartete getrennt von ihm in einem anderen Raum auf ihre Einvernahme, berichtet die Tageszeitung.

Lebenslange Haftstrafe droht

Bis in die Abendstunden dauerte die Rekonstruktion, danach wurde der 53-Jährige zurück in die Justizanstalt gebracht. Trotz der belastenden Indizien hält er an seiner Darstellung fest, wonach es sich um einen Unfall gehandelt habe.

Für ihn gilt die Unschuldsvermutung, im Falle einer Verurteilung droht lebenslange Haft. Ob hinter dem Drama tatsächlich ein teuflischer Plan um das Millionen-Erbe steckt, muss nun das Gericht klären.

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