Vom Gefängnis zurück auf das royale Anwesen – für Marius Borg Høiby (29) war das zuletzt zumindest eine kleine Verbesserung seiner Situation. Seit Mitte Juli darf der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit seine Untersuchungshaft mit elektronischer Fußfessel auf Skaugum verbringen.
Auf seine komplette Freiheit muss er allerdings weiterhin warten. Das Bezirksgericht Oslo entschied am Montag, die Untersuchungshaft um weitere vier Wochen bis zum 7. September zu verlängern. Die Polizei hatte dies wegen einer weiterhin bestehenden Wiederholungsgefahr beantragt.
Høiby selbst hatte auf deutlich lockerere Bedingungen gehofft – und machte vor Gericht keinen Hehl daraus, wie wenig ihm seine aktuelle Situation gefällt.
"Das ist nichts, was ich mir wünsche", erklärte der 29-Jährige laut norwegischen Medien. Zwar sei der Aufenthalt auf Skaugum besser als eine Gefängniszelle, Freiheit sei das allerdings nicht.
Besonders zu schaffen macht ihm offenbar der eingeschränkte Alltag. Høiby darf das Anwesen nur mit Genehmigung verlassen. Arzttermine sowie bestimmte familiäre Besuche sind möglich, außerdem muss er sich regelmäßigen Drogentests unterziehen. Einfach einkaufen oder spontan Freunde treffen ist für den Norweger hingegen nicht drin.
Brisant sind seine Beschwerden vor allem vor dem Hintergrund des Urteils gegen ihn. Im Juni wurde Marius Borg Høiby zu vier Jahren Gefängnis verurteilt – unter anderem wegen zweier Vergewaltigungen und Gewalt gegen eine frühere Partnerin. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, Høiby geht dagegen vor. Die schwersten Vorwürfe bestreitet er weiterhin.
Der Sohn von Mette-Marit ist kein offizielles Mitglied des norwegischen Königshauses und trägt auch keinen royalen Titel. Aufgewachsen ist er dennoch mitten im royalen Umfeld. Nun muss er ausgerechnet auf dem Anwesen seiner Mutter und seines Stiefvaters Kronprinz Haakon weiter auf seine Freiheit warten.