Im britischen Königshaus wird durchgegriffen: König Charles III. hat heuer schon zehn Personen ihre königlichen Ehrentitel entzogen. Die Gründe reichen von häuslicher Gewalt über Tierschutzvergehen bis hin zu berufsrechtlichen Verfehlungen.
Besonders prominent ist der Fall des ehemaligen schottischen Rugby-Kapitäns Stuart Hogg, der häusliche Gewalt gestanden hatte. Auch Paul Rose, Betreiber eines Eulenschutzgebiets, verlor seinen Titel wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz.
Wie es bei Bunte heißt, befürwortete der konservative Politiker Liam Walker den Schritt des Monarchen ausdrücklich. Er betonte: "Ehrenauszeichnungen werden verliehen, um herausragende Dienste und Leistungen anzuerkennen, und jeder, der wegen schwerer Straftaten verurteilt wurde, hat das Privileg, sie zu besitzen, verwirkt."
Auch Ian Ashbolt, Graham Trewhella und Lloyd Hamilton haben ihre Ehrungen aufgrund von strafrechtlichen Verurteilungen verloren. Unternehmerin Angela Middleton wurde der 2019 verliehene MBE-Titel aberkannt, weil sie das Ehrensystem in Verruf gebracht habe.
Dasselbe Schicksal ereilte Anant Shah, dem 2020 der OBE-Verdienstorden verliehen worden war. Die Auszeichnungen der Mediziner Nigel O'Connor und Tony Reilly wurden nach berufsrechtlichen Verfahren widerrufen.
Walker erklärte: "Der Entzug dieser Auszeichnungen trägt dazu bei, die Integrität und den Wert des Ehrungssystems zu schützen." Bereits im März gab es eine größere Welle von Aberkennungen, bei der neun Personen ihre Titel verloren.