Der nächste Knall in der Wiener Gastro-Szene: Über die RHC Invest GmbH von Martin Ho (40) wurde ein Konkursverfahren eröffnet. Der Antrag kam von Gläubigern, bestätigt wurde das Verfahren am 22. Jänner. Die Gesellschaft war zuletzt nicht mehr operativ tätig.
Die Insolvenz sorgt für Aufsehen, betrifft aber laut Angaben keinen laufenden Nachtlokalbetrieb – berichtet die APA. Mitarbeiter gibt es keine, da die Firma seit Längerem keine Geschäfte mehr geführt hat.
Martin Ho zählt seit Jahren zu den bekanntesten Szene-Wirten Wiens. Der Unternehmer wurde mit dem Gastro-Konzept "DOTS" bekannt, das asiatische Küche mit Club-Atmosphäre verband und besonders in der Innenstadt für Aufsehen sorgte. Ho, er soll auch ein Freund von Ex-Kanzler Sebastian Kurz sein, positionierte sich früh als Marke, trat medienpräsent auf und prägte das Image des urbanen, internationalen Nachtlebens in Wien.
Neben Restaurants engagierte sich Ho auch stark im Nachtclub-Segment. Zur RHC Invest – früher DOTS Beteiligung GmbH – zählten einst der "X Club", das "VIE i PEE", sowie die traditionsreiche "Pratersauna".
Auch die Nähe zur Politik sorgte für Aufmerksamkeit: Martin Ho galt zeitweise als persönlicher Vertrauter von Ex-Kanzler Sebastian Kurz. Gemeinsame Auftritte, private Treffen und Chats machten die Verbindung öffentlich bekannt und führten zu breiter medialer Berichterstattung. Ho selbst trat dabei nicht politisch auf, rückte aber als Teil des erweiterten Umfelds von Kurz ins Rampenlicht.
Die Beteiligungen an den bekannten Wiener Nachtlokalen wurden laut Auskunft bereits vor Jahren in neue Gesellschaftskonstruktionen überführt. Sie stehen "seit geraumer Zeit nicht mehr im Einflussbereich der Gesellschaft". Der Betrieb der Clubs soll daher normal weitergehen.
Bis zuletzt trat Ho über die RHC Invest als Pächter der "Pratersauna" auf. Diese wurde an die Betreibergesellschaft Prater Nostra GmbH weitervermietet. Genau diese Gesellschaft ist laut Firmenbuch ebenfalls insolvent.
Seit Mitte Dezember ist die "Pratersauna" in der Leopoldstadt geschlossen. Ob und wann es dort weitergeht, ist derzeit offen.