In einer Haftanstalt der US-Einwanderungsbehörde ICE im Süden von Texas sind Masernfälle festgestellt worden. Mehrere Migranten wurden daraufhin unter Quarantäne gestellt.
Nach zwei bestätigten Infektionen seien weitere Menschen isoliert worden, teilte das Heimatschutzministerium dem Sender CBS und anderen US-Medien mit. Es handelt sich demnach um eine Einrichtung, in der Eltern und Kinder wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Einwanderungsgesetze festgehalten werden.
Besonders drastisch: "Jegliche Bewegung" in der Einrichtung sei untersagt worden, erklärte das Ministerium. Was das konkret für die Inhaftierten bedeutet und wie lange die Maßnahme andauern soll, war zunächst unklar. Die Infektionen seien am Freitag entdeckt worden.
Masern zählen zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten und können in schweren Fällen lebensbedrohlich sein. Übertragen werden die Viren durch Speicheltröpfchen in der Luft.
Die Einrichtung im Ort Dilley war zuletzt auch wegen der Inhaftierung eines Fünfjährigen in die Schlagzeilen geraten. Der Bub war mit seinem Vater vor rund zwei Wochen bei einer Razzia im Bundesstaat Minnesota festgenommen worden. Nach einer Gerichtsentscheidung kamen beide am Sonntag wieder frei.
Die Anwältin Neha Desai, die sich für Kinder in Gewahrsam einsetzt, warnte gegenüber CBS, Masern dürften nicht als Vorwand genutzt werden, um ihr und ihren Kollegen den Zugang zur Einrichtung zu verwehren.