Österreichs Impf-Verweigerer

Riesiger Ausbruch! Virus zurück, packt das ganze Land

Eigentlich wären die Masern dank Impfung ausrottbar. Doch weil die Durchimpfungsrate nicht hoch genug ist, erlebt die Krankheit ein Comeback.
Michael Rauhofer-Redl
29.01.2026, 16:32
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Österreich hat aktuell den WHO-Eliminationsstatus für Masern verloren. Wie von "Heute" berichtet, ist Österreich von einer notwendigen Durchimpfungsrate von 95 Prozent weit entfernt.

Masern sind "wieder etabliert"

Nach der großen Zahl an Masernfällen 2024 bei einem Massenausbruch gelten Masern nun als "wieder etabliert". "Masern sind kein Kinderspiel, sondern eine hochansteckende Infektionskrankheit, die häufig mit schweren Komplikationen wie Lungen- oder Hirnentzündungen verbunden ist und tödlich sein kann.

Letztes Jahr führten mehr als 20 Prozent der Masernerkrankungen zu einem Krankenhausaufenthalt", sagt Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin und Kurienobfrau der niedergelassenen Ärzte der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien.

"Eine gezielte Therapie gegen das Masernvirus bei Ausbruch der Erkrankung gibt es nicht. Ich appelliere dringend an die Bevölkerung, das kostenlose Masern-Impfangebot in Anspruch zu nehmen."

Werbung für Gratis-Impfung

In Österreich wird die Masernimpfung als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) verabreicht und ist Teil des kostenfreien Impfprogramms. "Die Impfung ist sehr sicher, wirksam und bietet zuverlässigen Schutz vor einer Infektion. Sie steht sowohl für Kinder als auch für Erwachsene als nachgeholte Kinderimpfung ohne Altersbegrenzung zur Verfügung", erklärt Kamaleyan-Schmied.

"Erwachsene können und sollten ihren Impfstatus prüfen und gegebenenfalls fehlende MMR-Impfungen kostenlos nachholen. Erste Anlaufstelle für Impfungen sind Hausärztinnen und -ärzte ebenso wie Kinderärztinnen und -ärzte."

Naghme Kamaleyan-Schmied wirbt für die Masern-Impfung.
Helmut Graf

Um die Impfquoten zu erhöhen, fordert die Wiener Ärztekammer eine rasche Erleichterung des Zugangs zum kostenlosen Impfprogramm und eine einfache, patientenfreundliche Versorgung aus einer Hand. "Um der Bevölkerung Umwege zu ersparen, sollten im Sinne eines One-Stop-Shops Impfstoffe direkt in den Ordinationen bereitgestellt und abgegeben werden können", sagt Kamaleyan-Schmied.

Impfung würde Masern "endgültig ausrotten"

"Darüber hinaus sollte Impfberatung Teil der jährlichen Vorsorgeuntersuchung sein, um das Bewusstsein für Impfungen in der Bevölkerung zu stärken." Es muss jede Möglichkeit genutzt werden, um Impflücken zu schließen. "Nur wenn die Durchimpfungsrate in Österreich steigt, werden wir diese impfpräventable Erkrankung endgültig ausrotten können", sagt sie abschließend.

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