Zwischen sechs und 18

Ärztekammer fordert Vorsorge-Programm für Kinder

Die Ärztekammer schlägt Alarm: Für Kinder und Jugendliche zwischen dem sechsten und dem 18. Lebensjahr gibt es kein strukturiertes Vorsorgeprogramm.
Wien Heute
21.01.2026, 09:13
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Nach dem Ende der Untersuchungen im Rahmen des Eltern-Kind-Passes würden viele junge Menschen "aus dem Vorsorgesystem herausfallen", kritisierte Vizepräsidentin Naghme Kamaleyan-Schmied bei einer Pressekonferenz.

Ein mögliches Vorbild für ein neues Screening-Programm sieht Kamaleyan-Schmied im "Gesundheits-Check Junior" der Sozialversicherung der Selbständigen (SVS). Gerade in jungen Jahren ließen sich Erkrankungen und gesundheitliche Risiken frühzeitig erkennen und behandeln, betonte sie.

Ausgeweitete Vorsorge auch bei Frauen

Generell ortet die Ärztekammer noch erhebliches Verbesserungspotenzial im Bereich der Vorsorge. Kamaleyan-Schmied forderte unter anderem ein organisiertes Prostatakrebs-Screening, bei dem Männer ab 50 Jahren aktiv eingeladen werden. Auch das Impfprogramm für Schwangere solle ausgeweitet werden.

Zudem sprach sie sich für mehr Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung sowie für die Aufnahme zusätzlicher Untersuchungen – etwa des Eisenstatus und des Schilddrüsenwerts TSH – in den Vorsorgekatalog für Frauen aus. In den Ordinationen fehle es außerdem an kostenlosen Influenza- und Coronatests. Diese könnten helfen, Menschen frühzeitig "aufzufangen", bevor sie schwer erkranken oder andere anstecken.

Bürokratischer Aufwand steigt

Kritische Worte fanden Kamaleyan-Schmied und Ärztekammer-Präsident Johannes Steinhart auch zur zunehmenden Bürokratie im Gesundheitswesen. Besonders die ab Juli verpflichtende Diagnosecodierung sorge für zusätzlichen Aufwand. "Ärzte verbringen immer mehr Zeit vor dem PC – und gleichzeitig reden wir über Ärztemangel", sagte Steinhart.

Auch Wiens Ärztekammer-Vizepräsident und Kurienobmann der angestellten Ärzte, Eduardo Maldonado-González, zeigte sich verärgert: Am Bildschirm zu codieren sei "nicht die Aufgabe eines Mediziners". Steinhart forderte daher einen "Entbürokratisierungsgipfel" mit Vertretern aus Ärzteschaft, Sozialversicherungen, Spitälern und Politik, um konkrete Maßnahmen zum Bürokratieabbau zu beschließen.

Fokus auf Frauen in der Medizin

Um dem Mangel an Kassenärzten entgegenzuwirken, brauche es laut Steinhart keine Zwangsmaßnahmen, sondern attraktive Rahmenbedingungen. Ein besonderer Fokus solle auf Frauen in der Medizin gelegt werden – etwa durch flexiblere Arbeits- und Ausbildungsmodelle.

Maldonado-González forderte zudem bessere Bedingungen in den Wiener Spitälern. Fixe Ausbildungszeiten von mindestens 20 Prozent im Dienstplan seien notwendig, zudem hinke Wien bei den Gehältern im Bundesländervergleich hinterher. In der Debatte um Gastpatienten aus anderen Bundesländern stellte Maldonado-González klar: "Wir behandeln jeden Patienten – unabhängig von der Postleitzahl."

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