Am morgigen Corona-Gipfel gibt es wohl Lockerungen für fast alle Lebensbereiche, das Ausrufen eines "Freedom-Days" am 5. März wird immer wahrscheinlicher. 2G im Handel ist bereits Geschichte, doch von einem Betrieb wie vor Corona ist nichts zu spüren. Wie in allen öffentlichen Innenräumen gilt auch in Geschäften weiter die FFP2-Maskenplficht. Ein Ende ist nicht absehbar.
Corona-Freedom-Day – der Geheim-Fahrplan für Österreich >>
WKO-Handelsobmann Rainer Trefelik wünscht sich im "Puls24"-Interview insbesondere eine klare Linie, eine Perspektive. Diese nicht nur kurzfristig, sondern vor allem in Hinblick auf den kommenden Herbst. Dass man wieder sorglos in den Sommer geht und mit den kälteren Temperaturen die Zahlen wieder steigen, Einschränkungen wieder notwendig werden, "das wäre für den Handel wirklich das Worst-Case-Szenario".
"Der Wunsch ist natürlich, dass wir wieder zu einer Situation kommen, dass wir ohne Maske herumlaufen." Viele Bereiche hätten damit aktuell zu kämpfen. Für den Impulskauf, das "Gustieren im Modebereich" sei die Maske ein großes Hemmnis. In Wien gelte nun seit Juli durchgehend FFP2-Maskenplficht, "das kann kein Dauerzustand sein", so Trefelik.
Natürlich würde er sich deswegen ein Aus der Maskenpflicht wünschen. Über den genauen Zeitpunkt hätten aber immer noch die Experten zu entscheiden. Jede Öffnung sei ein Balanceakt, denn auch die Kunden müssen sich sicher fühlen. "Jetzt als Zwischenschritt die Maske: Ja, kann ich noch akzeptieren."
Ein weiteres Hemmnis sind auch die Corona-Demonstrationen, die allwöchentlich viele Innenstädte lahmlegen, oft am Umsatzstarken Samstagnachmittag durch Einkaufsstraßen ziehen. Im Jahr 2022 war das bisher an so gut wie jedem Wochenende der Fall. "Das ist inakzeptabel", so der Handelsobmann knapp.
Das Grundrecht auf Erwerbsfreiheit stehe gleichermaßen mit jenem auf Versammlungsfreiheit in der Verfassung. "Diese Interessensabwägung funktioniert in dieser Form überhaupt nicht mehr." Am morgigen Gipfel wird man das aber leider nicht lösen können. Eine Verschiebung der Demonstrationen auf nach 18 Uhr oder den Sonntag wäre jedenfalls wünschenswert.