In Damaskus haben Saudi-Arabien und die syrische Regierung am Samstag ein Paket mit milliardenschweren Investitionsverträgen geschlossen. Die Abkommen sollen Syriens kriegszerstörte Wirtschaft wiederbeleben und die langjährige Isolation des Landes beenden.
Die Vereinbarungen umfassen mehrere große Projekte im Ausmaß von insgesamt 10,5 Milliarden US-Dollar. Darunter ein etwa 1-Milliarden-Dollar-Telekommunikationsprojekt namens SilkLink, das Syrien zu einem Knotenpunkt zwischen Asien und Europa machen soll. Auch der Aufbau einer eigenen Billigfluglinie – Flynas Syria – und der Ausbau des internationalen Flughafens von Aleppo stehen auf der Agenda.
Zusätzlich haben beide Seiten Deals in den Bereichen Wasser- und Energieinfrastruktur unterzeichnet. Saudi-Firmen sollen in den Ausbau von Wasseraufbereitung und Stromnetzen einsteigen, und ein gemeinsamer Investitionsfonds wurde ins Leben gerufen, um große Projekte zu finanzieren.
Die aktuellen Verträge bauen auf früheren Abkommen auf. Bereits seit dem Sommer laufen saudisch-syrische Investitionsprogramme im Umfang von mehr als sechs Milliarden Dollar. Insgesamt wurden Dutzende Projekte vereinbart, darunter Zementwerke, Wohnbau, Industrieanlagen und Tourismusprojekte. Zehntausende Arbeitsplätze sollen entstehen.
Möglich wurden die Deals durch den politischen Neustart in Damaskus und das Ende vieler internationaler Sanktionen, die nach dem Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024 aufgehoben wurden. Saudi-Arabien positioniert sich damit als wichtigster Partner beim Wiederaufbau Syriens. Das Vorgehen der Saudis wird von den USA, die das neue islamistische Regime im Sinne einer Stabilisierung der Region unterstützen, ausdrücklich gut geheißen.
Gleichzeitig steckt dahinter auch das strategische Interesse, den Einfluss des Irans in dem Land zurückzudrängen. Unter der jahrzehntelangen Herrschaft des Assad-Clans war der Iran einer der wichtigsten Verbündeten Syriens. Die neuen Machthaber, ein Konglomerat aus zum Teil von der Türkei unterstützten islamistischen Rebellen, haben jedoch mit dem Iran gebrochen.
Syrien leidet noch immer unter den Folgen eines Jahrzehnts Krieg – fast eine halbe Million Menschen wurden getötet, die Infrastruktur liegt in Trümmern. Jetzt soll Saudi-Geld helfen, das Land wieder aufzubauen und wirtschaftlich neu zu starten.
Ob die Milliarden-Deals Syrien wirklich "groß machen", hängt jetzt davon ab, ob die Projekte auch wirklich starten – und wie stabil die Lage im Land bleibt.