Eskalation droht

Syrische Armee riegelt IS-Lager Al-Hol vollständig ab

Die syrische Armee hat das Lager Al-Hol abgeriegelt. Die humanitäre Lage für die dort lebenden Familien spitzt sich weiter zu.
Newsdesk Heute
30.01.2026, 20:39
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk

Die syrische Armee hat das berüchtigte Lager Al-Hol für Familien der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im Nordosten von Syrien komplett abgeriegelt. Das Gebiet gilt jetzt offiziell als "geschlossener Sicherheitsbereich", wie die Armee am Freitag mitteilte. Laut der Nachrichtenagentur AFP, die sich auf Informationen aus Armeekreisen beruft, will man damit drinnen und draußen für mehr Sicherheit und Ordnung sorgen.

In Syrien sitzen tausende mutmaßliche Dschihadisten, darunter viele Ausländer, in Gefängnissen. Al-Hol, in der Provinz Hasakeh, ist das größte Lager für Familien von IS-Kämpfern in der Region. Dort leben etwa 24.000 Menschen, darunter rund 6.200 Ausländer – hauptsächlich Frauen und Kinder.

Das Lager wurde ursprünglich von kurdischen Milizen eingerichtet, die im Kampf gegen den IS in Syrien die Führung übernommen hatten und dabei von einer internationalen Koalition unter US-Führung unterstützt wurden.

Zahlreiche Insassen bereit auf der Flucht

Wegen einer Offensive syrischer Regierungstruppen im bisher kurdisch kontrollierten Autonomiegebiet im Nordosten Syriens haben sich die kurdisch dominierten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) in der vergangenen Woche aus Al-Hol zurückgezogen. Am Samstag ist dann die syrische Armee in das Lager eingerückt.

In den Tagen davor sind aber bereits einige Insassen geflohen, wie AFP von zwei ehemaligen Mitarbeitern von Organisationen im Lager erfahren hat. In den vergangenen Tagen gab es Berichte über weitere Fluchtversuche.

Hilfsorganisationen ziehen sich zurück

Die USA haben mittlerweile damit begonnen, Insassen aus dem Lager in den Irak zu bringen. Laut US-Armee sollen bis zu 7.000 mutmaßliche IS-Kämpfer ins Nachbarland überstellt werden.

Damit will man sicherstellen, dass die gefangenen Islamisten "in sicheren Hafteinrichtungen bleiben". Inzwischen haben sich die meisten Hilfsorganisationen, die bisher in Al-Hol tätig waren, aus dem Lager zurückgezogen.

Die Hilfsorganisation Save the Children hat am Freitag gewarnt, dass sich die humanitäre Lage im Lager rasant verschlechtert hat. Es gibt bereits einen "gefährlichen" Mangel an Nahrungsmitteln, Wasser und Medikamenten.

{title && {title} } red, {title && {title} } 30.01.2026, 20:39
Jetzt E-Paper lesen