Der Einschlag ereignete sich am Donnerstagmorgen nahe dem Ort Tarnawa Kolonia in der Region Lublin. Anwohner meldeten der Polizei eine laute Explosion. Die Beamten entdeckten auf einem Feld, rund zwei Kilometer von den nächsten Häusern entfernt, einen zehn Meter großen Krater. Auch Trümmer eines bislang nicht identifizierten Objekts wurden gefunden.
Die Einschlagstelle liegt rund 80 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Ein Militärhubschrauber hatte den mutmaßlichen Einschlagort bereits in der Nacht entdeckt.
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte auf X, ein russischer Marschflugkörper vom Typ Kh-101 sei während des nächtlichen Großangriffs auf die Ukraine in den polnischen Luftraum eingedrungen und habe damit Nato-Luftraum verletzt. Auch EU-Ratspräsident António Costa erklärte, beim jüngsten russischen Angriff sei der polnische Luftraum verletzt worden.
Die polnischen Behörden wollten sich zunächst nicht auf die Ursache des Kraters festlegen. Eine Untersuchung wurde eingeleitet. Ministerpräsident Donald Tusk wollte den Einschlagsort nach Angaben seines Sprechers persönlich besuchen.
Russland hatte in der Nacht laut ukrainischen Angaben 74 Raketen und 284 Drohnen auf das Nachbarland abgefeuert. Mindestens acht Menschen wurden dabei getötet. Besonders betroffen war die westukrainische Region Lwiw nahe der Grenze zu Polen.
Sollte sich bestätigen, dass ein russischer Marschflugkörper tatsächlich in Polen einschlug, wäre dies ein weiterer Zwischenfall mit Auswirkungen auf das Nato-Bündnis.