Mehr als zwei Millionen Besucher, tausende Musiker und ein Vierteljahrhundert voller Brauchtum: Das Aufsteirern feiert am 19. und 20. September in Graz sein 25-jähriges Jubiläum - und wartet mit einigen Neuerungen auf.
Seit der Premiere im Jahr 2002 haben laut Veranstaltern rund 2,14 Millionen Gäste das Festival besucht. Allein im Vorjahr kamen erstmals mehr als 200.000 Besucher in die Grazer Innenstadt. Insgesamt standen bisher rund 37.450 Musiker, Sänger und Tänzer auf den Bühnen.
"Heuer wird auch der Samstag fast so groß wie der Sonntag", kündigte Organisator Markus Lientscher am Mittwoch bei der Programmpräsentation an. Schon ab Samstagvormittag wird die Innenstadt zur Festzone.
Neu ist außerdem eine Handy-App, die weit mehr können soll als nur das Programm anzeigen. Besucher können darüber Fahrgemeinschaften organisieren, Tanzpartner finden oder neue Bekanntschaften schließen.
Besonders für Tanzbegeisterte gibt es eine praktische Funktion: Erstmals können sogenannte Taxitänzerinnen und Taxitänzer über die App gefunden werden, das berichtet der ORF. Wer gerne tanzen möchte, aber keine Begleitung hat, soll so unkompliziert einen Tanzpartner finden können.
Auch musikalisch wird aufgerüstet. Auf insgesamt 17 Bühnen sind rund 200 Stunden Programm geplant. Neu ist unter anderem eine Volksliederwerk-Bühne im Lesliehof. Dort werden Crash-Kurse für Jodeln, Wirtshauslieder, Poschn und Gstanzlsingen angeboten.
Zudem soll der Nachwuchs stärker ins Rampenlicht rücken. Jugendgruppen und junge Ensembles erhalten heuer mehr Platz im Programm.
Eine weitere große Änderung betrifft die Herrengasse. Weil die Straßenbahnen mittlerweile über die Neutorlinie ausweichen können, wird die gesamte Fläche künftig sowohl am Samstag als auch am Sonntag für das Festival genutzt.
Landeshauptmann Mario Kunasek sieht im Aufsteirern längst mehr als nur ein Brauchtumsfest. Es sei touristisch und wirtschaftlich ein wichtiger Faktor für Graz und die gesamte Steiermark. Besonders bemerkenswert: Rund 40 Prozent der Besucher sind zwischen 18 und 29 Jahre alt. Das zeige, dass "die Volkskultur nichts Verstaubtes" sei.
Auch wirtschaftlich spielt das Festival eine große Rolle. Laut Wirtschaftsstadtrat Kurt Hohensinner bringt das Aufsteirern eine Wertschöpfung von rund 17 Millionen Euro. Besonders die Hotellerie profitiere davon. "Und die Hotels sind voll. 30 bis 40 Prozent mehr Nächtigungen."
Beeindruckend sind auch die Zahlen hinter den Kulissen. In den vergangenen 25 Jahren traten rund 20.000 Chorsänger, 7.500 Volkstänzer sowie 6.500 Blasmusiker auf. Gemeinsam leisteten die Mitglieder der Volkskulturvereine rund 800.000 Stunden freiwillige Vereinsarbeit.
Für Lientscher ist das Jubiläum ein besonderer Moment. Vor 25 Jahren habe es weder Facebook noch YouTube oder Smartphones gegeben. Dass schon die erste Ausgabe rund 40.000 Besucher anlockte, habe das Organisationsteam damals fast überfordert.
An den Grundprinzipien habe sich aber nichts geändert. Die vier Säulen des Festivals seien seit Beginn dieselben geblieben: Volkskultur, Kulinarik, Handwerk und Kinderprogramm. Oder wie Lientscher es formuliert: "Und kein Kitsch und kein Plastik."