Für viele Familien, Kindergärten und Schulklassen war der Franziskus Tier-Erlebnisbauernhof im südoststeirischen Unterlamm ein beliebtes Ausflugsziel. Jung und Alt zog es dorthin, selbst aus Wien reisten Besucher an. Doch jetzt ist Schluss: Die Betreiber Erna Hammer und Franz Maurer haben entschieden, ihren Streichelzoo samt Café nicht mehr weiterzuführen.
Die Entscheidung fiel dem Paar alles andere als leicht. Zehn Jahre lang investierten sie rund 180.000 Euro, unzählige Arbeitsstunden und viel Herzblut in den Betrieb.
Dass es jetzt wirklich vorbei ist, haben viele Fans des Erlebnisbauernhofs noch nicht realisiert. "Allein in den letzten Wochen haben noch 28 Kindergärten angerufen und gefragt, wann wir wieder aufsperren", schildert Maurer der "Kleinen Zeitung". Bedrückender Nachsatz: "Es war unser Traum. Wir haben es lange hinausgezögert."
Für das Aus gibt es gleich mehrere Gründe. "Corona hat damals viel kaputt gemacht", dazu steigende Erhaltungskosten und immer wieder Beschwerden sorgten für Belastung. Laut den Betreibern kam es mehrfach zu Polizeieinsätzen, nachdem Anrainer falsch parkende Autos gemeldet hatten. Auch manche Besucher sorgten für Ärger. So seien Tiere trotz Verbots gefüttert oder Kinder ohne Erlaubnis auf Ponys gesetzt worden.
Dazu kamen Vandalenakte und wiederkehrende Anzeigen wegen angeblicher Missstände. "Es hat immer alles gestimmt. Und wenn einmal etwas nicht in Ordnung war, haben wir es sofort behoben. Irgendwann wird man einfach müde", sagen die Betreiber.
Ein weiteres Problem war die Personalsuche. Vor allem für Wochenenden und Feiertage sei es immer schwieriger geworden, Mitarbeiter zu finden. Auch ein Nachfolger ist nicht in Sicht. "Unser Sohn wird den Betrieb nicht übernehmen. Das verstehen wir auch. Es war unser Traum und als junger Mensch tut man sich das heutzutage nicht mehr an", sagt Maurer. Sein trauriges Fazit: "Es ist in Österreich einfach schwierig, einen kleinen Streichelzoo zu führen."
Vielleicht seien sie auch zu sozial gewesen, wirft Erna Hammer lachend ein. Kleinkinder, Kindergärten, Schulklassen oder Personen mit besonderen Bedürfnissen durften schon immer kostenlos in den Streichelzoo.
Trotz aller Herausforderungen überwiegen die schönen Erinnerungen. "Wir haben viele wunderbare Menschen kennengelernt und eine schöne Zeit gehabt. Viel Unterstützung haben wir auch von der Gemeinde Fürstenfeld erhalten."
Zu den zahlreichen Gästen zählten auch Promis wie die Band Die Draufgänger oder EAV-Legende Thomas Spitzer. Dieser besaß sogar eine Jahreskarte und schenkte dem Tierpark eine selbst gestaltete Tafel. "Ob Franz von Assisi oder Franz von Unterlamm: Wer kein Herz für Tiere hat, dem schlägt keines...", steht darauf.
Und wie geht es mit den rund 150 Tieren weiter? Ziegen, Ponys, Kängurus, Affen und Co. werden auch weiterhin auf dem Hof in Unterlamm leben dürfen – nur das Lachen glücklicher Kinder ist hier vielleicht für immer verstummt.