EAV-Mastermind

Spitzer: "Der Motor der Kreativität ist Selbstzweifel"

Für das Kunstprojekt "Die Gött:innenkunst" von Margarita Gavrielova zeigt sich Thomas Spitzer, wie noch nie – auch im privaten Talk.
Romina Colerus
06.11.2025, 05:30
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Was passiert, wenn Kunst nicht nur ein Bild erschafft, sondern Energie spürbar macht? Diese Frage stellt die Wiener Künstlerin Margarita Gavrielova mit ihrem neuen Projekt "GÖTT:INNENKUNST". Eine kraftvolle Verbindung aus Malerei, Grafik und Fotografie, die Menschen in lebendige Archetypen verwandelt.

Dafür inszenierte Gavrielova prominente Persönlichkeiten wie Alfons Haider, Jazz Gitti oder Thomas Spitzer als moderne Göttinnen und Götter. Die faszinierenden Werke sind ab 11. November 2025 bei der Vernissage "Mut zur Sichtbarkeit" in den Wiener Sofiensälen zu sehen. "Empowerment beginnt beim eigenen Selbstbild", erklärt Gavrielova und weiter:  "Die Gött:innenkunst hilft, das eigene Potenzial zu spüren und immer wieder daran erinnert zu werden, wie viel Kraft und Schönheit in einem steckt."

Einer der prominentesten Götter im Reigen ist Thomas Spitzer (72), der kreative Kopf der EAV. Er verkörpert Shiva, den indischen Gott des Wandels, das Symbol für spirituelle Kraft, Selbstbestimmung, Zerstörung und Erneuerung. "Ich glaube, es gibt nichts Schöpferisches, wo das Element des Vernichtens fehlt. Das ist wie Yin-Yang, wie Gut und Böse, das gehört zusammen. Ich sehe keinen Widerspruch zwischen Schöpfung und Vernichtung, es beschreibt auch ganz gut, wie ich lebe. Es gibt vielleicht bessere Wege durchs Leben zu wandern, aber meiner ist halt immer so. Und gehe ihn auch vermutlich bis zur Urne weiter", so Spitzer im Talk.

Auch über Selbstzweifel spricht der Musiker offen. "Ich habe zu meinem lieben Freund Paul Pizzera einmal gesagt, der Motor der Kreativität ist der Selbstzweifel. Das heißt, jemand, der nicht an sich zweifelt, ist mir höchst verdächtig. Und es gibt ja die Kraft, immer wieder, auch wenn man auf die Schnauze fällt, wieder aufzustehen und weiterzumachen."

Und zu Kritik meint Spitzer trocken: "Im Kritisieren bin ich super, das kann ich wunderbar. Kritik von Leuten, die ich nicht wirklich für kompetent halte, die ertrage ich schwer. Allerdings von jemandem, den ich ernst nehme, vor dem ich Respekt habe, verlange ich auch ehrliche Kritik. Denn dieses 'ist eh ganz nett' oder 'klingt eh lustig' – das bringt mich nicht weiter."

Philosophisch wird er beim Thema Leben: "Zeit ist kostbar und vergänglich. Man soll jeden Tag positiv, frei von Hass, Neid und Missgunst angehen, weil das ist wie ein Boomerang, jeder negative Gedanke trifft dich selber zuletzt." Und weiter: "Lebe jeden Tag, als ob es der letzte wäre, gut, das habe ich mein ganzes Leben so gemacht – und leb noch immer, ist ja auch nicht so ohne. Ich hoffe, wenn mich einmal der Sensenvater niedermäht, nicht mehr geschadet als genützt zu haben. Schau, dass du einigermaßen liebevoll mit den Menschen, die es verdienen, umgehst. Und schenke nur Menschen deine verbleibende Zeit, die sie dir nicht stehlen."

{title && {title} } cor, {title && {title} } 06.11.2025, 05:30
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