Mehrheit der Österreicher ist gegen Afghanen-Aufnahme

Die UNO erwartet eine halbe Million afghanische Flüchtling, die österreichische Regierung will keine aufnehmen.
Die UNO erwartet eine halbe Million afghanische Flüchtling, die österreichische Regierung will keine aufnehmen.OLIVIER DOULIERY / AFP / picturedesk.com
Die Mehrheit der Österreicher zeigt sich weiter ablehnend, was eine Aufnahme afghanischer Flüchtlinge betrifft. Und gibt der Regierung damit recht.

54 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sprechen sich dagegen aus, besonders gefährdete Personen aus Afghanistan in Österreich Schutz zu gewähren, zeigt eine Umfrage von Unique Research für die aktuelle Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil". Dem stehen 38 Prozent gegenüber, die die Aufnahme befürworten. Der Rest machte keine Angaben. Deutliche Unterschiede gibt es unter den Wählern der verschiedenen Parteien.

Befragt wurden laut "profil" 500 Personen, die Schwankungsbreite beträgt +/-4 Prozent. Pro-Aufnahme zeigen sich dabei vor allem SPÖ-Wähler mit 63 Prozent, unter den ÖVP-Wählern finden sich dagegen nur 26 Prozent mit derselben Meinung, bei der FPÖ sind es gar nur mehr 8 Prozent der Wähler. Die aktuelle Einstellung der Österreich zum Aufnahme-Thema gibt der Politik der Regierung recht. Diese schloss aus, Afghanen in Österreich aufnehmen zu wollen.

Aufnahme-Frage spaltet die Politik

"Ich bin klar dagegen, dass wir jetzt freiwillig mehr Menschen aufnehmen und das wird es unter meiner Kanzlerschaft auch nicht geben", stellte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) bereits klar. "Es gibt große Probleme bei der Integration der afghanischen Community in Österreich", so der Ex-Integrationsminister. Grünen-Chef und Vizekanzler Werner Kogler kritisierte dagegen den Kurs der ÖVP auf das Schärfste. Dem Koalitionspartner fehle "die notwendige Menschlichkeit". 

Entgegen der Linie der Bundesregierung will wiederum der Wiener Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) 300 Bedrohten in Wien Asyl anbieten. "Ich denke zum Beispiel an 300 Richterinnen, die in Afghanistan das erste Mal als Frauen in solche Positionen gekommen sind. Die jetzt im Leben sehr oft bedroht sind, die auf Todeslisten sind", so Ludwig. Und die Kirche appellierte an die Regierung, "zumindest einigen" besonders gefährdeten Afghanen in Österreich Schutz zu gewähren.

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