Am Freitag, dem 31. Oktober, erscheint mit "Traces" (dt.: Spuren) Michael Patrick Kellys (47) sechstes Studioalbum. "Musik ist mehr als nur Entertainment, sie kann wirklich Spuren im Leben anderer Menschen hinterlassen und in bestimmten Lebenssituationen helfen", so Kelly im "Heute"-Talk. Schon des Öfteren offenbarten Fans dem 47-Jährigen, wie seine Songs ihnen in schwierigen Situationen geholfen haben.
Der Albumtitel "Traces" entstand auf ganz eine besondere Weise. Kelly erzählt, dass es den gleichnamigen Titelsong bereits gab, dieser sogar einer der ersten war, den er geschrieben habe. Der Tod eines Familienmitglieds hinterließ zudem eine besonders bewegende Spur: "Mein Vater hat am Tag als er starb ein T-Shirt getragen und darauf stand: 'Viele Menschen treten in dein Leben ein, aber nur wenige hinterlassen Spuren.'" Das Lied über diesen Tag ist laut dem Sänger auch das "persönlichste" auf seinem neuen Album.
Doch der Entstehungsprozess all seiner Songs ist für den 47-Jährigen ein sehr intimer – er beschreibt ihn als "Seelentauchen". Wie tief dieser Prozess wirklich geht, zeigt sich bei ihm sogar im Schlaf: "Viele meiner Songideen kommen nachts im Traum, das ist wirklich verrückt, ich habe auf meinem iPhone ganz viele Audiomemos von irgendwelchem Gesumme, weil ich im Traum Melodien höre."
Michael Patrick Kelly zog sich von 2004 bis 2010 für sechs Jahre in ein Kloster in Frankreich zurück. Sein Glaube prägt ihn bis heute: "Für mich ist der Glaube an Gott wie ein Kompass. Wenn man sich das Leben wie einen Roadtrip vorstellt, kann man sich ein paar Ziele vornehmen, aber man kann auch einfach sagen 'hey, Gott, fahr du'. Wie sieht das Leben aus, wenn Gott fährt? Und das habe ich mit Anfang 20 gemacht. (…) Und ich muss sagen, seitdem ich das gemacht habe, und das mache ich heute auch noch immer wieder, einfach alles abgeben, das ist so ein geiles Leben."
Weiter verrät der Sänger: "Ich versuche mich morgens nicht direkt in irgendwelche Aktivitäten zu stürzen, sondern fange meinen Tag immer an mit ungefähr einer Stunde stille Zeit. Darin mache ich Atemübungen, oder NSDR, das ist eine Entspannungstechnik aus der amerikanischen Neurowissenschaft, ich bete, und sage mir ein paar Dinge, für die ich dankbar bin. Den Morgen habe ich aus der Klosterzeit mitgenommen, um mich so 'einzuloggen', bevor ich WhatsApps öffne."