Im Stift Göttweig wurde es auch am Donnerstag europapolitisch: Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (VP) setzte beim Europa-Forum Wachau auf eine klare Botschaft. Europa müsse bei den großen Fragen stärker auftreten, sich aber aus vielen Dingen heraushalten, die in den Regionen besser gelöst werden könnten.
Europa müsse "wieder zum Spielmacher werden", sagte Mikl-Leitner dazu. Gemeint sind damit Themen wie Sicherheit, Verteidigung, Schlüsseltechnologien, Wettbewerbsfähigkeit und strategische Unabhängigkeit. Mikl-Leitner weiter: "Ein starkes Europa gibt es nur mit starken Regionen. Wir brauchen weniger Mikromanagement aus Brüssel, aber mehr Handlungsfähigkeit."
Dazu wurde die "Göttweiger Erklärung" von sogenannten "Power Regions" unterzeichnet. Mit dabei: Südtirol, Bayern, Bratislava, Emilia-Romagna, Katalonien und Niederösterreich. Gemeinsam stehen diese starken Regionen für rund 62 Prozent der europäischen Wirtschaftsleistung und 204 Millionen Menschen.
Schon am Mittwoch hatte Niederösterreich beim Europa-Forum Wachau ein weiteres Signal gesetzt: Das Bundesland trat der europäischen Initiative "Hydrogen Europe" bei. Mikl-Leitner sprach dabei von einem "wichtigen Schritt in Richtung Energiezukunft". Wasserstoff soll vor allem dort eingesetzt werden, wo er den größten Nutzen bringt – etwa in der Industrie, beim Güterschwerverkehr oder bei alternativen Flugtreibstoffen.
"Wasserstoff ist das Thema der Zukunft", führte Mikl-Leitner aus, dass Wasserstoff einen Beitrag zur Versorgungssicherheit, leistbaren Energiepreisen und mehr Unabhängigkeit von fossilen Importen leisten könne. Gerade im Zusammenspiel mit dem Ausbau von erneuerbaren Energiequellen wie Photovoltaik und Windkraft sei Wasserkraft eine entscheidende Speicherlösung, um Überschussenergie effizient nutzbar zu machen. "Niederösterreich ist die Ökostromlokomotive", führte die Landeshauptfrau aus, dass die österreichische Wasserstoffstrategie bis 2030 den Aufbau von 1 Gigawatt Elektrolysekapazität vorsehe, in Österreich allein von 2021 bis 2024 öffentliche Forschungsprojekte im Bereich Wasserstoff mit rund 166 Millionen Euro unterstützt wurden und gleichzeitig bereits mehr als 110 Unternehmen und Forschungseinrichtungen in der Hydrogen Partnership Austria zusammenarbeiten, um den Wasserstoffhochlauf in Österreich voranzutreiben.
"Investitionen in Wasserstoffprojekte schaffen zusätzliche Jobs", man stärke damit die Industrie und die Energiesouveränität, betonte Mikl-Leitner, dass Wasserstoff auch ein Jobmotor sei.
Auch ein neues Gesicht soll dabei helfen: Jungunternehmer Lukas Renz wird ab 1. Juni 2026 Sonderbeauftragter des Landes Niederösterreich für die europäische Wasserstoffstrategie. Er soll Kontakte knüpfen, Kooperationen vorantreiben und Niederösterreich international stärker positionieren.
Mikl-Leitners Europa-Botschaft aus Göttweig ist damit klar: Brüssel soll die großen Brocken stemmen. Den Rest wollen die Regionen selbst anpacken.