Neue Details im Schmuggel-Fall

Millionen im Koffer – so kam Lustenauer in Nigeria frei

Mit 1,4 Millionen Euro in Lagos festgenommen, jetzt die nächste Wende: Der Lustenauer Unternehmer soll bereits aus der Haft entlassen worden sein.
Christoph Weichsler
08.04.2026, 16:06
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Ein Koffer mit 1,4 Millionen Euro, eine Festnahme am Flughafen von Lagos (Nigeria) und Wochen hinter Gittern – der Fall eines Lustenauer Unternehmers sorgte international für Schlagzeilen. "Heute" berichtete bereits über die überraschende Freilassung auf Kaution. Nun zeigen neue Informationen: Die Geschichte dahinter ist noch brisanter.

Denn der Mann dürfte schon seit Wochen nicht mehr im Gefängnis sitzen – doch wirklich frei ist er noch immer nicht.

Schon länger nicht mehr in Haft

Wie "Vol.at" berichtet, wurde der 53-Jährige bereits Mitte März aus dem Gefängnis entlassen. Sein Anwalt Dieter Klien bestätigte: "Er sitzt nicht mehr ein. Allerdings habe er seinen Pass noch nicht."

Der Unternehmer habe zuletzt rund um Ostern telefonischen Kontakt gehabt und dabei laut Anwalt "zuversichtlich" gewirkt. Ziel sei es nun, den Reisepass zurückzubekommen – erst dann wäre eine Heimreise nach Österreich möglich.

Freiheit wohl teuer erkauft

Unklar ist, wie genau es zur Entlassung kam. Klar ist nur: Ganz ohne Gegenleistung dürfte es nicht gegangen sein. Laut Berichten steht eine Summe zwischen 700.000 und 800.000 Euro im Raum, die für die Freilassung bezahlt worden sein soll.

Offiziell bestätigt ist das nicht. Doch in Nigeria sind solche Zahlungen im Zusammenhang mit Verfahren keine Seltenheit. Gleichzeitig schwebt weiterhin das Risiko einer neuerlichen Festnahme über dem Fall.

Millionenfund am Flughafen

Der Ursprung des Falls liegt am 13. Dezember 2025. Am Flughafen Murtala Muhammed in Lagos wurde der Lustenauer kurz vor seinem Weiterflug nach Dubai kontrolliert. In seinem Gepäck fanden Zollbeamte 800.575 US-Dollar und 651.505 Euro.

Das Bargeld war nicht deklariert – obwohl in Nigeria strenge Meldepflichten gelten. Der Unternehmer wurde festgenommen und später wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Geldwäschegesetz angeklagt. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Geschäft mit Bargeld

Nach Recherchen dürfte das Geld aus Textilgeschäften stammen. Stickereien aus Vorarlberg sollen nach Nigeria geliefert und dort über Zwischenhändler verkauft worden sein – häufig gegen Bargeld.

Das System: Ware wird geliefert, vor Ort verkauft, das Geld gesammelt, in Dollar oder Euro gewechselt – und schließlich von einem Mittelsmann außer Landes gebracht. Genau dabei dürfte der Lustenauer gescheitert sein.

Rückkehr weiter offen

Trotz Freilassung ist der Fall nicht abgeschlossen. Ohne Reisepass kann der Unternehmer Nigeria nicht verlassen. Zudem läuft das Verfahren weiter, eine Rückkehr nach Österreich ist erst nach Abschluss möglich.

{title && {title} } CW, {title && {title} } 08.04.2026, 16:06
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen