Der Fall um den Vorarlberger Unternehmer erreicht die nächste Stufe! Jener Mann, der im Dezember 2025 am Flughafen von Lagos mit einem Koffer voller Bargeld gestoppt wurde, steht weiterhin vor Gericht – wir berichteten bereits umfangreich. Nun trat erstmals ein Zeuge der Anklage auf.
Wie nigerianische Medien unter Berufung auf die Anti-Korruptionsbehörde EFCC berichten, wurde am 10. Februar die Beweisaufnahme eröffnet. Ein Beamter des Zolls schilderte vor Gericht, wie es zur Kontrolle und zur Sicherstellung der Millionen kam.
Am 16. Dezember 2025 wollte der Österreicher Onal K. mit einer Maschine der Emirates nach Dubai weiterreisen. Bei einer Routineüberprüfung am Deklarationsschalter des Flughafens Murtala Mohammed wurde sein Gepäck genauer kontrolliert. Dabei entdeckten Beamte des Nigerian Customs Service laut Anklage 800.575 US-Dollar und 651.505 Euro – umgerechnet rund 1,4 Millionen Euro. Diese Summe sei nicht ordnungsgemäß deklariert worden.
Vor Richter Yelim Bogoro sagte Yusuf Suleiman, ein Zollbeamter, als erster Belastungszeuge aus. Er war laut Berichten an der Kontrolle beteiligt und schilderte die Abläufe am Flughafen:
Demnach sei der Angeklagte am AML/CFT-Deklarationsschalter überprüft worden, wo Beamte bei der Durchsicht des Gepäcks die Bargeldsumme von 800.575 US-Dollar und 651.505 Euro festgestellt hätten. Der Zeuge habe zudem erläutert, dass für solche Beträge eine klare gesetzliche Deklarationspflicht bestehe und im konkreten Fall keine entsprechende Anmeldung erfolgt sei.
Nach der Festnahme wurde Onal an die Economic and Financial Crimes Commission (EFCC) übergeben. Die Behörde führte die Ermittlungen weiter und brachte ihn am 9. Jänner 2026 in zwei Punkten vor Gericht.
Dem Österreicher wird vorgeworfen, am 13. Dezember 2025 sowohl die Dollar- als auch die Euro-Summe nicht beim Zoll gemeldet zu haben. Beide Vorwürfe stützen sich auf Geldwäsche. Bei der Verlesung der Anklage bekannte sich der Unternehmer nicht schuldig. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Mit der Aussage des ersten Zeugen ist das Verfahren nun in der Beweisphase angekommen. Weitere Zeugen der Staatsanwaltschaft dürften folgen, bevor das Gericht eine Entscheidung trifft. Der Fall, der mit einer Kontrolle am Flughafen begann, entwickelt sich damit zu einem umfangreichen Strafprozess in Nigeria – mit weiter offenem Ausgang.