Ein Koffer mit 1,4 Millionen Euro in bar – und eine Kontrolle, die alles veränderte. Am Flughafen von Lagos wurde der Vorarlberger Unternehmer Önal K. im Dezember 2025 gestoppt, weil er das Geld nicht deklariert hatte. Der Verdacht: Verstoß gegen das Geldwäschegesetz.
Wochenlang saß der Österreicher danach in Untersuchungshaft in Nigeria. Nun gibt es die Wende: Önal K. wurde auf Kaution freigelassen – obwohl der Prozess bereits läuft.
Auf Anfrage von "Heute" teilte das Außenministerium mit: "Der Betroffene hat eine eigene Rechtsvertretung. Nach unseren Informationen wurde er auf Kaution freigelassen." Zum aktuellen Stand des Verfahrens liegen laut Ministerium keine weiteren Informationen vor. Die österreichische Botschaft in Abuja steht weiterhin mit Önal K. in Kontakt und leistet konsularische Unterstützung.
Der Fall hatte am 13. Dezember 2025 begonnen. Önal K. wollte vom internationalen Flughafen Murtala Muhammed in Lagos nach Dubai weiterreisen.
Bei einer Kontrolle entdeckten Zollbeamte in seinem Gepäck 800.575 US-Dollar und 651.505 Euro. Das Bargeld war nicht gemeldet worden – obwohl in Nigeria bereits ab deutlich geringeren Beträgen eine Deklarationspflicht besteht.
Nach der Festnahme wurde Önal K. an die Anti-Korruptionsbehörde EFCC übergeben. Am 9. Jänner folgte die Anklage wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Geldwäschegesetz.
Vor Gericht bekannte sich der Unternehmer nicht schuldig. Es gilt die Unschuldsvermutung. Zuletzt hatte bereits die Beweisaufnahme begonnen, ein Zollbeamter trat als erster Zeuge auf und schilderte die Kontrolle.
Trotz der Freilassung bleibt das Verfahren aufrecht. Önal K. muss sich weiterhin vor einem Gericht in Nigeria verantworten. Eine Rückkehr nach Österreich ist erst möglich, wenn das Verfahren rechtskräftig abgeschlossen ist. Der Millionen-Fall hat damit eine neue Wendung genommen – entschieden ist er aber noch lange nicht.