Bunte Erlebniswelten, interaktive Kunst und außergewöhnliche Fotokulissen: Mit diesem Konzept wollte das Museum IKONO in der Wiener Innenstadt Besucher begeistern. Doch nun ist Schluss. Die Betreibergesellschaft ist insolvent, die Schulden gehen in die Millionen.
Über die IKONO Vienna GmbH wurde am Freitag (23. Oktober) am Handelsgericht Wien ein Konkursverfahren eröffnet. Das bestätigte der Österreichische Verband Creditreform gegenüber dem "Kurier". Die Verbindlichkeiten belaufen sich auf insgesamt 2,437 Millionen Euro, 43 Gläubiger sind von der Pleite betroffen.
Der Betrieb wurde bereits eingestellt, Mitarbeiter sind keine mehr beschäftigt. Eine Sanierung ist nicht geplant.
Das Museum setzte auf ein ungewöhnliches Konzept: Statt Kunstwerke nur zu betrachten, konnten Besucher selbst Teil der Ausstellungen werden. Mehr als zwölf interaktive Räume luden zum Entdecken, Spielen und Fotografieren ein. Zu den Attraktionen zählten unter anderem ein Labyrinth, ein mit Ballons gefüllter Raum und eine Station, an der Besucher mithilfe ihres Smartphone-Blitzes digitale Kunstwerke gestalten konnten.
Auch für Firmenveranstaltungen, Workshops und Produktpräsentationen wurden die Räumlichkeiten angeboten.
Hinter dem Wiener Museum steht die spanische IKONO Xperience SL mit Sitz in Madrid. Das Unternehmen wurde 2020 von David Troya und Fernando Pastor gegründet und expandierte in mehrere europäische Städte. Auch in Berlin, Kopenhagen und Budapest entstanden entsprechende Erlebniswelten.
Doch das Wachstum wurde der Unternehmensgruppe offenbar zum Verhängnis. "Die Unternehmensgruppe hat einen riskanten Expansionskurs verfolgt, der erhoffte wirtschaftliche Erfolg blieb dann aber aus", erklärt Creditreform.
Mit den steigenden Schulden der spanischen Muttergesellschaft geriet das Unternehmen zunehmend unter Druck. Die Verantwortlichen versuchten, die Gruppe finanziell neu aufzustellen. Das zuständige Insolvenzgericht in Sevilla knüpfte seine Zustimmung allerdings an die Bereitstellung zusätzlicher Gelder durch Investoren.
Dazu kam es nicht. Die Sanierungsbemühungen scheiterten, auch die Banken, die Projekte finanziert hatten, zogen sich zurück.
Für den Wiener Standort gibt es damit keine Perspektive mehr. Eine Fortführung des Betriebs ist nicht vorgesehen. Statt einer Sanierung folgt nun die Abwicklung im Konkursverfahren.