Gewalt eskaliert

Mindestens 16 Tote bei Banden-Angriff in Haiti

Bei einem Banden-Angriff in der Gemeinde Petite-Rivière-de-l'Artibonite in Haiti sind der Polizei zufolge mindestens 16 Menschen getötet worden.
André Wilding
31.03.2026, 07:38
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Zehn weitere Menschen seien zudem verletzt worden, teilte die Polizei am Montag mit. Die UNO warnte zugleich, die Zahl der Todesopfer könne auf bis zu 80 Tote ansteigen.

In den frühen Morgenstunden am Sonntag hätten Bandenmitglieder "Häuser mit ihren Bewohnern darin in Brand gesteckt", sagte der Leiter des haitianischen Nationalen Netzwerks zur Verteidigung der Menschenrechte, Pierre Espérance, der Nachrichtenagentur AFP.

"Menschen aus nächster Nähe hingerichtet"

"Menschen, die zu fliehen versuchten, wurden erschossen, während andere aus nächster Nähe hingerichtet wurden." Er schätzte die Zahl der Toten auf 70 und äußerte die Befürchtung, dass sie sich nach einem neuen Angriff am Montagmorgen weiter erhöhen könnte.

Der örtliche Staatsanwalt Venson François rechnet nach eigenen Angaben ebenfalls mit einer Korrektur der Zahl der Todesopfer nach oben. Es sei für die Behörden "schwierig", die Todesopfer am Tatort festzustellen, erklärte er. "Aber ich fürchte, dass es mehr Opfer gibt", fügte er hinzu. Der Angriff habe sich am Vorabend eines Volksfestes ereignet.

"Gran Grif"

Die Sprecherin der Kommission für Dialog, Versöhnung und Sensibilisierung zur Rettung von Artibonite, dem haitianischen Département, in dem der Vorfall geschah, Bertide Horace, sprach von etwa 30 Toten, mehreren Verletzten und rund zehn Vermissten. Demnach war die Bande "Gran Grif" für den Angriff auf die Gemeinde nordwestlich der Hauptstadt Port-au-Prince verantwortlich.

Der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres, Stéphane Dujarric, sprach vor Journalisten in New York von einer Bilanz "von zehn bis 80 getöteten Menschen". Der Angriff unterstreiche "die Schwere der Sicherheitslage, mit der die haitianische Bevölkerung konfrontiert ist". Guterres forderte Dujarric zufolge eine gründliche Untersuchung des Vorfalls.

Politische Instabilität, wirtschaftliche Not

Haiti leidet seit Jahren unter politischer Instabilität, wirtschaftlicher Not und Gewalt. Die Ermordung von Präsident Jovenel Moise im Juli 2021 hatte den ohnehin schon von Kriminalität und großer Armut geprägten Karibikstaat in eine noch tiefere Krise gestürzt. In jüngster Zeit hat die Gewalt bewaffneter Banden deutlich zugenommen.

In einem vergangene Woche vom UN-Menschenrechtsbüro veröffentlichten Bericht hieß es, Bandenkriminalität und Einsätze dagegen hätten in Haiti zu mehr als 5500 Todesfällen in weniger als einem Jahr geführt. Zwischen dem 1. März 2025 und dem 15. Januar 2026 seien mindestens 5519 Menschen getötet und 2608 Menschen verletzt worden.

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