Opferschutz stärken: "Keine Frau muss Gewalt erdulden!"

Susanne Raab
Susanne RaabHELMUT FOHRINGER / APA / picturedesk.com
In den vergangenen vier Monaten haben sich in Österreich neun Femizide ereignet. Nun berät die Regierung über Maßnahmen.

In den vergangenen vier und damit ersten vier Monaten des Jahres haben sich in Österreich neun Frauenmorde ereignet. Zumeist handelt es sich bei solchen Gewaltakte um Taten (ehemaliger) Partner. Bereits am Montagabend forderte Psychiaterin Adelheid Kastner in der ZIB2, rechtzeitig anzusetzen und Männer in Österreich bei jedem Fall von häuslicher Gewalt unter Beobachtung zu stellen. (Mehr dazu hier >>)

Frauen sollen hierzulande keine Gewalt erdulden müssen. Frauenministerin Susanne Raab war am Dienstag zu diesem Thema im Ö1-"Morgenjournal" zu Gast. "Jede Frau in Österreich soll sicher sein", lautet ihr Ziel.Jenes verfolgt sie in Zusammenarbeit mit ihren Kollegen und auch den zuständigen Opferschutzeinrichtungen. Mit letzteren soll es in den kommenden Tagen Gespräche zu nötigen Schritten geben. 

Zu wenig Geld, zu wenig Personal

Wie Raab betonte, wurde das Frauenbudget in den vergangenen eineinhalb Jahren auf 14,5 Millionen Euro aufgestockt. Eine "große Menge" hiervon floss auch in den Opferschutz, so Raab. Doch allem Anschein nach zu wenig, hebt der Moderator hervor. Für diesen Bereich wurde am Montag nämlich "kein frisches Geld und kein neues Personal", welches jedoch dringend notwendig wäre, beschlossen, kritisiert der Moderator und merkt an:

"Eine Betreuerin in einer Opferschutzeinrichtung ist für 310 Opfer zuständig". Daraus folge, dass es sich bei der angebotenen Hilfe lediglich um "kurzfristige Hilfe" handeln kann. Ob hier künftig angesetzt wird, konnte Raab nicht konkret beantworten. Weitere Gespräche, was Ressourcen angeht, würden noch geführt.

Nehmen Frauen Hilfe in Anspruch?

Außerdem wolle man im Rahmen dieser Gespräche zu einigen Erkenntnissen kommen. So schilderte Raab etwa: "Haben wir die Frauen auch mit unseren Ressourcen erreicht? Nehmen sie unsere Hilfe in den Frauenhäusern in Anspruch?" Es sei wichtig dies herauszufinden und die Frauen mittels einer Informations- und Sensibilisierungkampagne dazu zu ermutigen, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

"Da ist es mir wichtig, dass jede Frau weiß, dass sie nicht alleine ist und keine Gewalt erdulden muss!"

Motivforschung

Zudem soll nun auch Motivforschung für solche Gewalttaten der letzten Jahre betrieben werden. Mann wolle herausfinden, aus welchen Gründen es dazu komme. Im Großteil der Fälle sei aber ein "Machtmotiv" der Grund, stellt der Moderator klar. Raab wolle dem Ganzen aber noch weiter an den Grund gehen und nennt als mögliche Faktoren etwa "Alkoholmissbrauch, eine patriarchale Erbkulturen, die nicht unseren Werten entsprechen, psychische Störungen". 

Am wichtigsten hier ist aber Frauen dazu zu ermutigen, den schwierigen Schritt zu machen und die Polizei zu rufen, damit hier schnell gehandelt werden kann. "Wenn ein Mann seine Frau und seine Kinder schlägt, muss mit voller Härte des Gesetztes zurückgeschlagen werden", unterstreicht Raab an dieser Stelle. 

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