Die Aufregung um die "Schulstartklar"-Gutscheine zieht nun politische Konsequenzen nach sich. Nachdem "Heute" darüber berichtet hatte, dass die eigentlich für Schulsachen gedachten Gutscheine auf Social Media gegen Bargeld angeboten werden, meldet sich Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) zu Wort. Und sie ist zornig.
Die Aktion richtet sich an Familien mit Schulkindern, die im Juni 2026 Mindestsicherung bezogen haben. Pro Kind gibt es einen Gutschein im Wert von 150 Euro, der bei Libro und Pagro für Schulartikel eingelöst werden kann. Finanziert wird die Unterstützung vom Sozialministerium und aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds Plus.
Doch in sozialen Netzwerken tauchten zuletzt Angebote auf, bei denen die Gutscheine deutlich unter ihrem eigentlichen Wert weiterverkauft werden sollten. In einem arabischsprachigen Posting wurden etwa Gutscheine im Wert von 300 Euro für 200 Euro angeboten.
Die Reaktionen darauf fielen teils heftig aus. Während manche Nutzer den Verkauf verteidigten, kritisierten andere, dass das Geld eigentlich den Kindern und deren Schulausstattung zugutekommen sollte.
Nun zieht Sozialministerin Schumann eine klare Linie. Gegenüber "Heute" erklärt sie: "Wir lassen uns nicht auf der Nase herumtanzen: Wer versucht, dieses Gutschein-System zu betrügen, muss mit Konsequenzen rechnen."
Das Ministerium beobachte entsprechende Fälle genau. "Wir monitoren – sehen wir wie im aktuellen Fall, dass jemand versucht, den Gutschein zu verkaufen, wird der Gutschein sofort gesperrt und es gibt auch in der Folge keinen Gutschein mehr für diese Person", so Schumann.
Gleichzeitig warnt die Ministerin davor, wegen einzelner Vorfälle alle Bezieher der Unterstützung über einen Kamm zu scheren. "Das Fehlverhalten Einzelner darf niemals dazu führen, dass eine ganze Gruppe von Menschen unter Generalverdacht gestellt oder stigmatisiert wird."
Wer die Hilfe rechtmäßig in Anspruch nehme, habe laut Schumann "Anspruch auf Respekt". Klar ist damit aber auch: Wer versucht, die Schulstart-Gutscheine zu Geld zu machen, riskiert nicht nur die sofortige Sperre, sondern auch, künftig von der Unterstützung ausgeschlossen zu werden.