Für viele Familien ist der Schulbeginn eine enorme finanzielle Belastung. Genau hier soll die Aktion "Schulstartklar" helfen: Familien mit Schulkindern, die im Juni 2026 Mindestsicherung bezogen haben, erhalten für jedes Kind einen Gutschein im Wert von 150 Euro.
Die Gutscheine können für Schulartikel bei Libro und Pagro eingelöst werden. Im August haben die betroffenen Familien einen Brief vom Sozialministerium und dem jeweiligen Bundesland erhalten. Damit kann der Gutschein anschließend am Handy freigeschaltet und heruntergeladen werden.
Finanziert wird die Unterstützung durch das Sozialministerium unter Sozialministerin Korinna Schumann (SPÖ) sowie durch den Europäischen Sozialfonds Plus, ein Förderprogramm der Europäischen Union. Ziel ist es, Eltern vor dem Schulstart finanziell unter die Arme zu greifen und sicherzustellen, dass Kinder mit den notwendigen Schulutensilien ausgestattet werden können.
Doch offenbar werden nicht alle Gutscheine tatsächlich für Hefte, Stifte und andere Schulsachen verwendet. In sozialen Netzwerken finden sich bereits Postings, in denen die Unterstützung gegen Bargeld angeboten wird.
"Hallo zusammen. Ich habe Gutscheine im Wert von 300 Euro und möchte sie für 200 Euro verkaufen. Falls jemand sie brauchen kann. Und bitte keine sinnlosen Kommentare, denn nur Gott weiß, in welcher Situation man sich befindet", schreibt etwa eine Person auf Arabisch in einer Facebook-Gruppe.
„Es ist eine Schande, etwas zu verkaufen, das eigentlich den Kindern zusteht.“
Die Reaktionen lassen nicht lange auf sich warten. Ein Nutzer kritisiert scharf: "Kauf damit etwas für die Kinder. Es ist eine Schande, etwas zu verkaufen, das eigentlich den Kindern zusteht."
In den Kommentaren meldet sich sogar eine weitere Person, die ebenfalls Gutscheine im Wert von 300 Euro für nur 200 Euro abgeben möchte. Diese würden nach eigenen Angaben nicht einmal ihr selbst gehören, sondern seien von anderen Personen bei ihr hinterlegt worden.
Andere Nutzer verteidigen die Verkäufe hingegen. "Du musst dich vor den Leuten nicht rechtfertigen. Du willst sie verkaufen, und fertig", heißt es in einem Kommentar.
Die Debatte wird teilweise äußerst hitzig. Eine Person wirft den Verkäufern vor, auf Kosten ihrer Kinder Geld machen zu wollen, und kritisiert, dass mit dem Bargeld womöglich billigere Produkte gekauft würden. In dem wütenden Kommentar heißt es unter anderem: "Wie sehr spart ihr eigentlich auf Kosten eurer Kinder?"
Damit sorgt eine eigentlich als Unterstützung für Familien gedachte Sozialleistung bereits kurz vor dem Schulstart für heftige Diskussionen im Netz.