Nicht nur im Herbst lauert Gefahr auf den Straßen: Auch jetzt im Frühling steigt das Risiko für Wildunfälle deutlich an. Rehe, Hirsche und Hasen sind nach dem Winter wieder verstärkt unterwegs – und kreuzen dabei oft die Fahrbahnen in Oberösterreich.
Vor allem in den frühen Morgenstunden und am Abend wird es kritisch. Durch die Umstellung auf die Sommerzeit fällt der Berufsverkehr genau in jene Zeiten, in denen Wildtiere besonders aktiv sind. Heikel wird es vor allem in Waldgebieten sowie zwischen Feldern und Wiesen.
Die Zahlen sind alarmierend: Jährlich werden rund 13.700 Tiere auf Oberösterreichs Straßen getötet. Der ARBÖ warnt deshalb eindringlich zur Vorsicht und gibt klare Verhaltensregeln für Lenker aus.
"Ganz wichtig: Tempo reduzieren und vorausschauend sowie mit permanenter Bremsbereitschaft fahren", heißt es vom ARBÖ. Wer ein Tier am Straßenrand sieht, sollte mehrmals kurz hupen – aber keinesfalls blenden oder Dauerhupen: "Dies irritiert das Wild und es kann passieren, dass es im Schock einfach mitten auf der Fahrbahn stehen bleibt", warnt Landesgeschäftsführer Thomas Harruk.
Besonders brenzlig seien hektische Reaktionen: "Die gefährlichsten Situationen entstehen durch unkontrollierte Ausweich- und Bremsmanöver", so Harruk. Experten raten daher: Im Zweifel lieber einen kontrollierten Zusammenstoß in Kauf nehmen, als das Fahrzeug unkontrolliert auf die Gegenfahrbahn zu lenken.
Kommt es dennoch zum Crash, gelten klare Regeln: "Warnblinker einschalten, Warnweste anziehen, Warndreieck aufstellen, gegebenenfalls erste Hilfe leisten." Die Polizei muss immer verständigt werden – auch wenn das Tier flüchtet. Wer das nicht tut, riskiert Strafen und bleibt auf dem Schaden sitzen. Wichtig außerdem: Verletzte Tiere niemals angreifen oder mitnehmen – "ansonsten macht man sich der Wilderei strafbar".