Das Leitungsduo der kleinen Bühne am Linzer Südbahnhofmarkt fiel aus allen Wolken: "Der Vermieter will, dass wir ausziehen", berichteten Cornelia Metschitzer und Rudi Müllehner zu Jahresbeginn. Man sei als Mieter "überraschend gekündigt" worden. Die Künstler schalteten daraufhin das Bezirksgericht ein.
Und das hat jetzt geurteilt: Der Vertrag sei unbefristet, dürfe grundsätzlich nur aus "wichtigen Gründen" gekündigt werden. die Künstler können demnach nicht schon heuer einfach vor die Tür gesetzt werden. "Wir haben gewonnen", so der Anwalt der Kulturschaffenden.
Es handelt sich freilich um einen Spruch in erster Instanz, der noch nicht rechtskräftig ist. Die Gegenseite hat vier Wochen Zeit, Einspruch zu erheben.
In der Verhandlung war es um die Frage gegangen, ob die Vereinbarung für die Theaterräumlichkeiten Miete oder Pacht vorsieht. Springender Punkt: Ein Mietvertrag schützt die Betroffenen vor der Kündigung.
„Das, was die Tribüne Linz heute ist, ist die Frucht unseres fast 25-jährigen Lebenswerkes.“Die Theatermacher
Metschitzer und Müllehner gaben sich stets kämpferisch. Zuletzt erklärten sie: "Das, was die Tribüne Linz heute ist, ist die Frucht unseres fast 25-jährigen Lebenswerkes, das wir zusammen mit unseren Teams unermüdlich und mit ganz viel Leidenschaft aufgebaut haben." Das schreibe sich niemand mit einer einzigen Unterschrift weg.