Linzer Bürgermeister

Paukenschlag: Diversion aufgehoben, Luger vor Gericht

Kehrtwende in Linz: Das OLG hebt die Diversion auf, Ex-Bürgermeister Klaus Luger muss sich nun doch vor Gericht verantworten.
Oberösterreich Heute
08.04.2026, 11:34
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Paukenschlag in der LIVA-Affäre: Der frühere Linzer Bürgermeister Klaus Luger (SP) muss vor Gericht. Das Oberlandesgericht Linz hat die zuvor gewährte Diversion aufgehoben und damit den Weg für ein Strafverfahren freigemacht. Das berichteten die "OÖN" am Mittwoch.

Im Zentrum der Causa steht ein Rechtsgutachten. Dieses hatte Luger im Jahr 2024 als damaliger Aufsichtsratschef der Linzer Veranstaltungs-GmbH (LIVA) in Auftrag gegeben. Laut Staatsanwaltschaft ging es dabei weniger um die Sache selbst, sondern vielmehr um persönliche Interessen.

Konkret geht es um die Bestellung der künstlerischen Leitung im Brucknerhaus im Jahr 2017. Dabei soll Luger selbst interne Fragen vor einem Hearing an den späteren Leiter Dietmar Kerschbaum weitergegeben haben.

Der Vorwurf: Die Kosten für das Gutachten in Höhe von rund 19.000 Euro wurden der LIVA verrechnet - also letztlich aus öffentlichen Geldern bezahlt.

Umstritten, aber unangefochten

Zunächst Linzer Planungsstadtrat folgte Klaus Luger 2013 Franz Dobusch als Bürgermeister nach. In seiner Amtszeit entwickelte er den Industrie-Standort weiter zu einer modernen Lebens- und Kulturstadt.

Mit seiner forschen Art machte sich der streitbare SP-Chef nicht nur Freunde. Auch in den eigenen Reihen war Luger stets umstritten, aber bis zum Auffliegen der Affäre unangefochten.

Er betonte stets, die volle Amtsperiode – also bis 2027 – Bürgermeister zu bleiben. Daraus wurde bekanntlich nichts.

Dafür hat nun deutlich mehr Zeit für seine Wahlheimat Kroatien und sein liebstes Hobby Fußball. Der bekennende Anhänger des FC Blau-Weiß Linz liebt außerdem Lesen und Kochen.

Die Staatsanwaltschaft sieht deshalb schwere Schuld als gegeben. Eine Diversion, also eine Einstellung ohne Prozess, komme unter diesen Umständen nicht infrage. Dieser Einschätzung folgte nun auch das OLG.

20.000 Euro bezahlt

Dabei war das Verfahren bereits beendet: Luger hatte den Schaden ersetzt und zusätzlich 20.000 Euro Bußgeld bezahlt. Trotzdem legte die Staatsanwaltschaft Beschwerde ein – mit Erfolg.

Ein konkreter Verhandlungstermin steht noch nicht fest. Es wird jedoch damit gerechnet, dass der Prozess noch vor dem Sommer starten könnte.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 08.04.2026, 12:02, 08.04.2026, 11:34
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