Brisante Beichte hat Nachspiel

Mönch aus NÖ stahl Bücher, Causa beschäftigt nun Papst

Bis zum obersten kirchlichen "Gerichtshof" im Vatikan geht eine Causa aus dem Stift Herzogenburg. Ein Mönch beichtete Bücher-Diebstahl vor Gericht.
Christian Tomsits
24.06.2026, 06:15
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Der Klosterkrimi landete am Landesgericht, zieht nun Kreise bis in den Vatikan: Ein Ex-Mönch (40) auf Abwegen musste sich jüngst wegen eines höchst weltlichen Vergehens vor dem irdischen Gericht St. Pölten verantworten – wir berichteten. Doch die peinliche Causa ist noch nicht vorbei: Ein kirchliches Verfahren ist weiterhin anhängig.

Der 40-jährige Ordensmann soll historische Bücher im Wert von mehr als 50.000 Euro und sogar ein liturgisches Gewand aus kirchlichem Besitz an sich genommen haben. Darunter auch wertvolle Drucke aus dem 16., 17. und 18. Jahrhundert, seltene Werke des Universalgelehrten Athanasius Kircher im Wert von je 20.000 Euro. Auch ein wertvoller weißer Vespermantel verschwand.

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Die Kirchen-Utensilien sollen allesamt aus dem Stift Herzogenburg in Niederösterreich geklaut worden sein, wo der Pole als Ordensbruder tätig war. Bei einer Hausdurchsuchung in Wien fand man schließlich die fette Beute. Brisant: Laut Anklage soll der Theologe sogar versucht haben, bei mehreren Büchern die Signaturen zu entfernen, um seine Spuren zu verwischen. Der Beschuldigte bestritt jedoch jede Bereicherungsabsicht. Er habe die Werke bloß vor einer möglichen Vernichtung retten wollen.

Top-Verteidiger Florian Kreiner erreichte ein mildes Urteil für den Mönch.
Denise Auer

Vor Gericht zeigte sich der Geistliche einsichtig, legte eine umfassende Beichte herunter, bat um Gnade. Sein Verteidiger Florian Kreiner betonte: "Die Verantwortungsübernahme meines Mandanten war von ehrlichen Emotionen geprägt und ihm ist klar, dass er eine Grenze überschritten hat. Glücklicherweise konnten alle Bücher wieder zurückgestellt werden."

Der Vorsitzende brachte die Causa laut "Krone" mit einem Satz auf den Punkt: "Lassen wir die Kirche im Dorf: Die Bücher sind wieder da." Am Ende gab es für den diebischen Bücherwurm zehn Monate bedingte Haft – rechtskräftig. Vorbei ist die Causa damit aber noch lange nicht. Der Orden möchte den Genannten wegen kircheninterner Verfehlungen aus der Ordensgemeinschaft ausschließen. Das kircheninterne Verfahren befindet sich bereits in dritter Instanz und liegt derzeit beim Vatikan. Der Verurteilte muss mit dem Rauswurf rechnen. Denn der Herrgott vergibt viel, aber ob die Obersten im Vatikan genauso so gnädig sind…

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