Das Jahr neigt sich dem Ende zu, somit gehen auch diverse Lohnverhandlungen über Kollektivverträge traditionell in die heiße Phase. Am Dienstag informiert die Gewerkschaft vida via Presseaussendung über die zweite Verhandlungsrunde für private Bewachungsgewerbe, die am Dienstag über die Bühne ging.
Darin spart die Arbeitnehmervertretung nicht mit Kritik an der Gegenseite. Das Arbeitgeber-Angebot sei eine "Mogelpackung". Und: "Reine Profitinteressen bringen uns nicht weiter". Die Gewerkschaft ortet mangelnde Kompromissbereitschaft der Arbeitgeberseite, weswegen die Verhandlungen nach mehr als fünf Stunden abgebrochen wurden.
Grund dafür laut vida: "Am Ende des Tages blieb ein Scheinangebot übrig, das nicht hält, was es verspricht. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten bekämen damit nur 2,8 Prozent, was unter der rollierenden Inflation von 3,01 Prozent liegt. Und das bei keinerlei Verbesserung der Rahmenbedingungen. Das ist nicht das, was wir unter einem sozialpartnerschaftlichen Austausch verstehen", berichtet vida-Verhandlungsleiter Gernot Kopp.
Aus Sicht der Gewerkschaft floriere die Branche. Im Vorjahr hätten die Sicherheitsdienstleister ihre Umsätze um rund neun Prozent steigern können. Auch im Rahmen des ESC in Wien werde wieder viel Geld fließen, ist man sich sicher. "Die Unternehmen sollten nicht nur an ihre Profite denken, sondern dafür sorgen, ihre bestehenden Mitarbeiter:innen langfristig zu halten. Ein wertschätzender KV-Abschluss wäre ein guter Anfang", so Kopp.
Die Gewerkschaft pocht auf einem Abschluss über der rollierenden Inflation, will ein Plus von 3,5 Prozent. "Mieten, Lebensmittel, Strom, Gas – all das ist teurer geworden. Unsere Kolleg:innen müssen von ihrer Arbeit leben und können sich keinen Lohnverzicht leisten", zeigt sich Kopp kämpferisch.