"Dann geht’s schneller vorbei"

Mord-Alarm! Patientin offenbar mit Überdosis getötet

In der Klinik Favoriten laufen die Ermittlungen gegen eine Pflegerin – sie soll einer Frau absichtlich zu viele Medikamente verabreicht haben.
André Wilding
11.11.2025, 09:17
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Schock auf der onkologischen Station der Klinik Favoriten! Eine Pflegerin steht unter Mordverdacht, weil sie einer sterbenden Krebspatientin eine tödliche Überdosis verabreicht haben soll.

Der Fall ereignete sich am Abend des 17. September. Wie der "Falter.morgen" am Dienstag berichtet, soll eine Pflegerin bei einem Schichtwechsel gegenüber Kolleginnen gesagt haben: "Der Frau K*. kann man mehr geben, dann geht’s schneller vorbei."

Nina Bussek, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, hat die Mord-Ermittlungen gegenüber "Heute" bestätigt.

Zweite Pflegerin entlassen

Nur einen Tag zuvor war die Patientin, Marlene K.*, noch bei Bewusstsein. Wenige Stunden später: Schnappatmung, am nächsten Morgen war sie tot.

Der Vorfall wurde vom Spital selbst zur Anzeige gebracht. Der Verdacht: Die Pflegerin könnte Schmerz- und Beruhigungsmittel in einer nicht dokumentierten Überdosis verabreicht haben – absichtlich. Das Pflegepersonal darf zwar Zusatzgaben verabreichen, sogenannte "Bolus"-Stöße, doch jeder Handgriff muss genau dokumentiert werden.

Laut Staatsanwaltschaft Wien wird gegen die Pflegerin wegen Mordverdachts ermittelt. Eine Kollegin soll den Vorfall mitbekommen haben. Auch eine zweite Pflegerin wurde im Zuge der internen Untersuchungen entlassen.

"Unverzüglich vom Dienst entbunden"

Das Klinikum bestätigte, dass man nach Bekanntwerden des Falls sofort reagiert habe. Sprecherin Barbara Rupnik-Brunsteiner erklärte gegenüber dem "Falter": "Die betreffenden Mitarbeiterinnen (…) wurden unverzüglich vom Dienst mit Patient*innen entbunden." Die Dienstverhältnisse seien beendet worden, da Medikamentenabgaben nicht korrekt dokumentiert wurden – ein klarer Verstoß gegen Vorschriften.

Doch laut "Falter"-Recherchen könnte es sich nicht um einen Einzelfall handeln. Auch ein zweiter Todesfall soll intern untersucht werden – sogar eine Exhumierung soll im Raum stehen. Offiziell bestätigt ist das allerdings nicht.

* Name der Redaktion geändert

{title && {title} } wil, {title && {title} } Akt. 11.11.2025, 11:17, 11.11.2025, 09:17
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